SinusTon – 8. Magdeburger Tage der elektroakustischen Musik vom 26. bis 29. Oktober 2017

Ensemble für Intuitive Musik Weimar und Karlheinz Stockhausen, 2005 (Foto: privat)

Zum achten Mal veranstaltet der Magdeburger Musikverein e.V. zusammen mit dem Kulturbüro der Landeshauptstadt vom 26. bis zum 29. Oktober 2017 das Festival „SinusTon – Magdeburger Tage der elektroakustischen Musik“. Das Programm, insgesamt sechs Konzerte, ein Workshop und mehrere Klanginstallationen präsentiert an verschiedenen Veranstaltungsorten in Magdeburg eine breite stilistische Palette von zeitgenössischer Musik, die elektroakustische und elektronische Klangerzeugung für sich oder in Verbindung mit traditionellen Instrumenten und anderen Medien - wie z.B. dem Film – beinhaltet. Passend zum jeweiligen Charakter der Aufführungen wird im Studiokino am Moritzplatz, im Gesellschaftshaus, im Kunstmuseum, den Gruson-Gewächshäusern, im Thiem20 sowie in der Gertraudenkirche im Buckauer Engpass gespielt.



Mit der Aufführung des expressionistischen Stummfilms „Von morgens bis mitternachts“ von Karlheinz Martin wird das Konzertprogramm wird am 26. Oktober um 20.00 Uhr im Studiokino am Moritzplatz eröffnet. Der Film aus dem Jahr 1920 entstand nach dem gleichnamigen Bühnenstück des in Magdeburg geborenen Dramatikers Georg Kaiser. Franz Danksagmüller erschafft in seiner live gespielten elektronischen Filmmusik mit Hilfe teilweise selbst gebauter elektronischer Instrumente eine klangliche Entsprechung zu den surrealen Bildern. Zwei Aufführungen von Musik für Lautsprecher stehen am Freitag, dem 27. Oktober im Kloster Unser Lieben Frauen auf dem Programm: Das Kunstmuseum Magdeburg zeigt während des Festivalzeitraums Installationen des kanadischen Künstlers Robin Minard. Im ergänzenden Gesprächskonzert wird der Komponist mit einer Auswahl seiner Werke näher vorgestellt. Anschließend führt die Direktorin des Kunstmuseums, Dr. Annegret Laabs, durch die Ausstellung. Um 21.00 Uhr erklingt dann im Kreuzgang des Klosters die einstündige Lautsprecherkomposition „Persepolis“ des griechisch-französischen Komponisten Iannis Xenakis, das der Musique Concrète zuzurechnen ist. Das legendäre Werk entstand 1971 für eine Aufführung beim Shiraz Arts Festival im Iran, wo es direkten Bezug auf die Architektur antiker persischer Tempel nahm. In Anbetracht der heutigen Bedrohung kulturellen Welterbes durch religiösen Fanatismus wird das Stück in der romanischen Architektur des Klosters eine besonders eindringliche Wirkung entfalten. Unter dem Motto „Positionen - Zeitgenössische Annäherungen an Religion und Spiritualität“ spürt das Ensemble AUDITIVVOKAL DRESDEN unter der Leitung von Olaf Katzer am 28. Oktober um 19.00 Uhr in der Gertraudenkirche am Buckauer Engpass Verbindungen zwischen Musik und Religion in Kompositionen für Stimmen und Elektronik von Tristan Murail, Georg Katzer, Maximilian Marcoll u.a. nach. Fairlight CMI - der erste digitale Synthesizer mit Samplerfunktion aus den 1970er Jahren, der allein optisch einen imposanten Eindruck macht, steht anschließend im Mittelpunkt eines Konzerts mit dem amerikanischen E-Gitarristen Seth Josel und dem Keyboarder Sebastian Berweck, mit dem das Festival die Reihe der Präsentationen „historischer“ Instrumente elektronischer Musik fortsetzt.

Neben dem großangelegten Werk „The lightest words had the weight of oracles" für Synthesizer und E-Gitarre der in Kiel geborene Komponistin Kirsten Reese erklingt ab 21.00 Uhr im „Thiem20“ Musik von Scott McLaughlin, Richard Festinger und Simon Steen-Andersen. Seinen Abschluss findet das Festival am Sonntag, dem 29. Oktober um 17.00 Uhr im Gesellschaftshaus mit einem Konzert, das an den Tod des Komponisten Karlheinz Stockhausen vor 10 Jahren erinnert. Die Musiker des Weimarer Ensembles für Intuitive Musik führen Teile aus seinem selten aufgeführten Zyklus „Für kommende Zeiten“ auf, den sie kurz vor dem Tod unter seiner Anleitung auf CD einspielten. Auch in diesem Jahr wird das Konzertprogramm des SinusTon-Festivals durch ein Workshopangebot und Klanginstallationen ergänzt.

Weitere Informationen unter: www.sinuston.org