Rückblick auf die 20. Ausgabe des Vokalmusikfestivals „a cappella“ in Leipzig

Gefeierte Musiker beim Abschlusskonzert des Festivals a capella in Leipzig. (Foto: Dreieck Marketing, Holger Schneider)

Es war ein wahrhaft würdiges Jubiläum, diese 20. Ausgabe des Internationalen Festivals für Vokalmusik „a cappella“ Leipzig. Was 1997 als „kleine“ Geburtstagsfest-Konzertsammlung eines Leipziger Vokalensembles begann, ist eine Festival der Stimme von internationalem Ruf geworden, das A-cappella-Gruppen und Sänger mit einem ebensolchen zusammen- und in die Musikmetropole Leipzig bringt. Die Jubiläumsausgabe von „a cappella“ war dabei eine Art Retrospektive der Festivalgeschichte, da alle eingeladenen Gruppen schon einmal zu Gast waren.

Sie war aber auch ein Meilenstein und ein echtes Statement, denn die Auswahl der Ensembles und ihre jeweiligen Konzerte in der Festivalzeit waren extrem hochklassig, zum Teil ganz selten auftauchende Konzertgelegenheiten und als Ganzes ein Fest des A-cappella- Gesangs, das keine Wünsche offen ließ. Wie zur Bestätigung war auch der zugehörige, inzwischen 12. Internationale „a cappella“ Wettbewerbs hochklassig, bei dem sich sieben Nachwuchsensembles aus Deutschland, Ungarn und Schweden präsentierten. Die Begeisterung, die das Festival sowohl getragen als auch hervorgerufen hat, fasste letztlich der ehemalige King’s Singers-Countertenor David Hurley, der in diesem Jahr Vorsitzender der Wettbewerbsjury war, zusammen: Für ihn sei das Festival „ein wahres Leuchtfeuer der A-cappella- Welt“.

 

 



Die Zuhörer brachten den insgesamt über 100 Sängerinnen und Sängern der 20. „a cappella“-Ausgabe – zu Recht – viel Respekt und Begeisterung entgegen. Vom US-amerikanischen Ensembles Chanticleer beispielweise erjubelten sie sich ganze drei Zugaben. Das Konzert der 12 Männer war eines der großen Highlights der diesjährigen, im Grunde „Best-of-a-cappella-Highlights“-Ausgabe. Das Ensemble brillierte mit fesselndem Gesang in allen denkbaren Sparten von Barock bis Spiritual und zeitgenössischer Vokalmusik. Wer ihren Auftritt verpasst hat, muss alle Hebel in Bewegung setzen, das nachzuholen, denn die Amerikaner sind nicht oft in Europa zu erleben – allein ihr letztes Konzert in Leipzig (damals zugleich ihr erstes) ist 20 Jahre her… Genau wie Chanticleer hatte auch das legendäre Huelgas Ensemble von Paul Van Nevel einst bei „a cappella“ seinen ersten Auftritt in Leipzig. Zum Festivaljubiläum kehrte die Gruppe nun, mit Spannung erwartet, zurück und bekräftigte mit einem exzellent gesungenen „polyphonen Kaleidoskop“ ihren Ruf als eines der wichtigsten Ensembles dafür, den unglaublichen Reichtum der Renaissance-Vokalmusik wieder erlebbar zu machen.

Auch The Swingles waren nach 16 Jahren wieder einmal bei „a cappella“ in Leipzig – das Ensemble begeisterte mit einigen der verjazzten Bach-A-cappella-Interpretationen seiner Frühzeit, zeigte aber vor allem, dass seine aktuelle Besetzung und Generation klangstarke, künstlerische (Pop-)Songs zu kreieren vermag. Im Preisträgerkonzert des vergangenen „a cappella“ Wettbewerbs präsentierten sich die beiden Gruppen WindSingers aus Ungarn und Aba Taano aus Uganda als hervorragende Interpreten für vokalen Jazz bzw. afrikanischen Gospel. Das Frauenensemble Trio Mediæval aus Norwegen erfüllte die Evangelisch-reformierte Kirche – den einzigen Konzertort, in dem zu jeder der 20 „a cappella“-Ausgaben gesungen wurde – mit wunderbaren Folksongs und mittelalterlichen Balladen aus Skandinavien. Und nicht zuletzt gab es beim 20. Festival auch exquisite Vokalmusik aus Großbritannien mit dem Ensemble Voces8 sowie höchst unterhaltsamen A-cappella-Pop aus Deutschland mit Viva Voce, die einst einen Preis als „Nachwuchsensemble“ des Festivals bekamen.



Auch in der 21. Edition gilt es, neue Facetten der Vokalmusik und neue Gruppen zu entdecken, zu fördern und zusammenzubringen, nicht zuletzt mit einem Publikum, das so neugierig und offen ist, wie das von „a cappella“. Vom 1. bis zum 9. Mai 2020 wird das Festival erneut Fixpunkt der Vokalmusikszene sein, Leipzig mit Gesang erhellen und weit über die Stadtgrenzen hinaus strahlen.

Tickets und weitere Informationen finden Sie hier.