Schultze gets the blues

Der Film handelt von Schultze. Schultze fristet sein Leben seit Jahr und Tag in einem kleinen anhaltinischen Ort in der Nähe von Halle. Bezeichnenderweise einziges Wahrzeichen des Ortes ist ein riesiger Berg aus Kali-Abraum von der nahegelegenen Mine. Schultzes Leben zwischen Arbeit (unter Tage) - dem er seinen chronischen Husten verdankt - und Kneipenbesuch, Schrebergarten, Volksmusik sowie Angeln (über Tage) kommt zu einem vorzeitigen Ende, als er und seine Kumpels Manfred und Jürgen in den Vorruhestand geschickt werden. Während diese sich mehr und mehr dem Nichts ergeben und das Aufrechterhalten der Routine zu einer Farce verkommt, entdeckt Schultze ein Leben hinter dem Berg. Aus seinem polka-geschundenen Akkordeon entlockt der Hobby-Musiker feurige Südstaatenklänge, die die gediegenen Jubiläumsfeiern seines Heimatmusikvereins zu sprengen drohen. Vor die Wahl gestellt, wieder in den gleichen Trott zurückzufallen oder als anhaltinischer Freak zu enden trifft Schultze eine Entscheidung, die ihn bis tief in die Sümpfe und Bayous von Louisiana führen wird...und zurück...

Der Film wurde im Herbst 2002 in Sachsen-Anhalt, Louisiana sowie Texas gedreht und feierte 2003 seine Deutschlandpremiere auf den 37. Internationalen Hofer Filmtagen sowie seine Weltpremiere auf der 60. mostra internazionale d'arte cinematografica in Venedig.

Zwischen 2003 und 2005 auf zahlreichen internationalen Filmfestivals vertreten, konnte „Schultze gets the blues“ diverse Preise abräumen: So erhielt er 2003 beim 14. International Film Festival (IFF) in Stockholm vier Preise u.a. für den besten Film und den besten Hauptdarsteller. Auf dem 41. Internationalen Filmfestival in Gijón, Spanien konnte das Team um Schultze-Darsteller Horst Krause den Preis für die beste Regie, den besten Film sowie das beste Szenebild mit nach Hause nehmen.

Schauspieler Horst Krause, der auch zeitweise den gleichnamigen Polizeihauptmeister in der Polizeiruf 110-Reihe mimte, wurde mit diesem Kleinod speziellen Humors zudem als bester Hauptdarsteller für den Deutschen Filmpreis 2004 nominiert. Die Dreharbeiten, welche in der ostdeutschen Provinz stattfanden, empfand er selbst als Heimkehr in die Vergangenheit, da ihn Art und Weise der Menschen, nach Feierabend auch die Freizeit miteinander zu verbringen, an früher erinnere.

Der 1965 geborene Regisseur Michael Schorr überschreitet in seinem zweiten Spielfilm „die Grenzen zwischen Dokumentar und Fiktion permanent.“ Dies schaffte Schorr, indem er Laiendarsteller aus der Region auf gestandenen Profis treffen lässt und „reale Orte und Situationen fotografisch streng komponiert.“

Musikalisch angereichert wird der Film durch einen gekonnten Mix aus Blasmusik, Polka und Klängen aus den Sümpfen Louisianas, in denen sich afroamerikanische und französische Musikstile gekonnt paaren. Produzent ist das filmkombinat Nordost GmbH & Co. KG mit Standorten in Dresden sowie Berlin-Brandenburg, welches seit 2001 Dokumentar- und Spielfilme produziert.