Ein Literaturhaus für Halle

Alexander Suckel ist der Vorsitzende des Vereines Literaturhaus Halle e.V.

Ein neues spannendes Projekt nimmt in Halle langsam Gestalt an. Ein Treff punkt für Literaturenthusiasten, Leseratten und Bibliophile soll es werden – das Literaturhaus im ehemaligen Kunstforum der Saalesparkasse. Federführend bei diesem Projekt ist der Verein Literatur Haus Halle e.V. Am ersten Märzwochenende ist die eigentliche Eröff nung geplant, aber auch schon jetzt öff nen und schließen sich die Türen für Besucher und Veranstaltungen. Kulturfalterredakteur Martin Große sprach mit dem Musiker, Autoren und Dramaturgen Alexander Suckel (Foto), Vereinsmitglied und verantwortlicher Organisator des Literaturhauses über das Projekt.

Kulturfalter: Wie entstand die Idee ein Kulturhaus zu initieren?

Alexander Suckel: Die Idee war einfach da. Es war eigentlich eher die Fragen: ‚Warum hat Halle noch kein Literaturhaus?‘ Die Institution Literaturhaus gibt es schon seit den 60er und 70er Jahren in vielen Literaturzentren wie Berlin oder Frankfurt. In mittelgroßen und großen Städten in Deutschland, wie Dresden, Magdeburg oder Leipzig findet man seit einigen Jahren vergleichbare Einrichtungen aber in Halle fehlte solches Haus bislang.

Was sind die Pläne, Was für ein Ort soll entstehen?

Ein Kollege aus Berlin meinte einmal zu mir: ‚Die Literaturhäuser sind die Stadttheater der Zukunft‘. Das ist sicher überspitzt. Aber es ist ein Ort der sich auf das geschriebene, gelesene und gedruckte Wort konzentriert. Was letztenendes dort passiert, entscheiden aber die Macher. Das sind zum einen die klassischen Lesungen, aber auch Diskurse und das auseinandersetzen mit dem Literaturbegriff . Wir wollen diesem zum Beispiel sehr weit fassen, um zum Beispiel auch mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt zu treten. Wir wollen Literatur in vielfältigster Form vermitteln, nicht nur in Form der klassischen Lesung.



Wie war dann die Vereinsgründung, wer war der Initator?

Ich kenne Literaturhäuser und die Macher in anderen Städten ganz gut. Ich bin einfach zu denen gefahren und habe gefragt: ‚Wie macht ihr das?‘. Das Ergebnis war, dass man in Deutschland dafür einen Verein braucht. Dadurch dass man sich ja in Halle kennt, habe ich dann verschiedene Leute angesprochen, die sich professionell mit Literatur auseinandersetzen und beschäftigen, ob diese nicht Lust haben, bei dem Projekt mitzumachen. Diese kommen aus den unterschiedlichen Bereichen, wie Rundfunk, Verlagswesen, Theater oder Fernsehen.

Wann soll es losgehen und womit?

Es ist eigentlich ein fließender Übergang. Das Gebäude steht schon seit einem Jahr leer. Die Sparkasse war so freundlich uns schon im November die Schlüssel zu überlassen, so dass es jetzt schon Weihnachtslesungen für Kinder gibt, Buchpremieren oder auch ein deutsch-arabisches Literaturfest. Aber die eigentliche Eröffnung ist am ersten Märzwochenende (2. bis 4. März 2018). An diesem Wochenende wollen wir alle Veranstaltungsformate, die wir uns ausgedacht haben, komprimiert präsentieren. Tanz in allen Sälen sozusagen.

Herr Suckel, Vielen Dank für das Gespräch. Mehr zum Literaturhaus gibt es in unserem Geschmackverstärker 2018/ 19.