Die Steigerung ihrer Spielweise

Ein besonderes Konzert erwartet die Besucher des Jugendmusikfestivals am 22. September. Unter der Leitung von Michael Wendeberg präsentieren Jugendliche die Ergebnisse des Kammermusikkurses „Stretta“, bei dem Jugendliche das Zusammenspiel im Ensemble sowie in Duo- und Triobesetzung proben konnten. Kulturfalter-Redakteurin Luisa Rudloff sprach mit Michael Wendeberg über Konzert und Workshop.


Wie entstand die Idee für diesen Workshop?
Ich habe im Februar zum ersten Mal das Landesjugendorchester (LJO) geleitet. Das war eine sehr intensive Art zusammenzuarbeiten, mit Proben während der ganzen Woche und einem Symphoniekonzert am Schluss. Wir hatten danach die Idee, mit denselben Musikern im kleineren Format weiter zusammenzuarbeiten.


Was können die Jugendlichen in dem Workshop lernen? Welche Herausforderungen
bestehen bei der Kammermusik?

Es ist eine Gelegenheit, bei Krzysztof Specjal und Mathias Baier, zwei Solo- Mitgliedern der Staatskapelle Berlin, und mir Kammermusikunterricht zu bekommen. Bei der Kammermusik muss man lernen, zu dritt oder zu viert im höchsten Maße aufeinander zu hören und zu reagieren. Noch mehr als das im Solokonzert der Fall ist.



Was genau bedeutet der Name des Workshops „Stretta“ ?
„Stretta“ ist normalerweise am Schluss eines sowieso schnellen Satzes eine Steigerung. Auf gewisse Art haut das ziemlich genau hin, da die meisten in diesen Ensembles schon vorher zusammen gespielt haben und da die Steigerung ihrer Spielweise im übertragenen Sinne das Ziel ist.

Wie viele Jugendliche können teilnehmen und was waren die Voraussetzung für den Workshop?
Wahrscheinlich werden es etwa zehn Ensembles sein, aber das ist noch offen. Die Jugendlichen haben vorher bei „Jugend musiziert“ teilgenommen bzw. beim LJO mitgespielt und sind zwischen 14 und 20 Jahre alt.


Sie waren selber Preisträger im Wettbewerb „Jugend musiziert“. Wie empfinden Sie es, mit den jungen Musikern zusammenzuarbeiten?
Ich habe den Jugendlichen in Sachsen-Anhalt noch nie Kammermusik unterrichtet. Ich habe Anfang des Jahres beim LJO mitgearbeitet und erkenne mich da in sehr vielen Aspekten natürlich wieder, zum Beispiel in der Begeisterung für die Musik, die man gemeinsam macht. Es ist ein Alter, in dem man sich sehr über seine Peer-Group definiert, und bei mir war diese Peer-Group überhaupt nicht die Schule, sondern die Leute, mit denen ich jedes Jahr auf solchen Kursen, auf Jugendmusikwochen usw., war. Ich habe vor allem Klavier gespielt, das heißt, ich war nur wenig an Orchesterprojekten, dann nur durch das Cellospielen, beteiligt. Als Pianist kenne ich das aber auch von Ferienmusikkursen.

Können Sie sich vorstellen, den Workshop auch in Zukunft anzubieten?
Wir schauen jetzt erst mal, wie der Kurs dieses Jahr läuft. Es wäre schön, wenn das mal eine regelmäßige Situation wird.