27. Kurt Weill Fest: Mur zur Erneuerung

Im Festspielfrühling vom 1. bis zum 17. März 2019 bringt das Kurt Weill Fest in 48 Veranstaltungen wieder Musik in Theater, Kirchen, historische Stätten, Museen und ungewöhnliche Orte von Dessau-Roßlau über Wörlitz, Halle (Saale) bis hin zu Magdeburg.

Was verbindet so unterschiedliche Charaktere wie Walter Gropius, Lyonel Feininger, Charles Lindbergh und Kurt Weill? Allen gemeinsam ist die Neugier auf bisher nicht begangene Wege, der „Mut zur Erneuerung“. Sie lebten in einer Zeit, in der auf allen Feldern des Lebens der Fortschritt stürmisch voranschritt und die bisher gekannten Welt-Ordnungen vehement in Frage stellte. Dabei begleiteten den Aufbruch der Avantgarde nicht nur Begeisterung, sondern auch Ablehnung und Festhalten an scheinbar bewährten Ideen. Der umfassende kulturelle Aufbruch reflektierte auch die tiefen Brüche in einer Gesellschaft, die sich selbst über die Wege, die sie einschlagen wollte, zutiefst uneins war. Auch mitten im 21. Jahrhundert ist die Gesellschaft alles andere als im Konsens vereint. So ist das 27. Kurt Weill Fest mit dem Motto „Mut zur Erneuerung“ auf der Höhe der Zeit, wenn es sich 100 Jahre nach Gründung des Bauhauses auf dessen Anliegen, die „Welt neu zu denken“ bezieht. Weill gehörte im musikalischen Theater ebenso zur Avantgarde wie die Bauhaus-Meister auf dem Feld von Formgestaltung, Architektur und Malerei. Erneuerung und kreatives Denken garantieren die Dynamik des gesellschaftlichen Lebens, das sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen muss.



Dem „Prinzip Weill“ folgend, präsentiert das Festival Programm, die von aufstrebenden und prominenten Künstlern gestaltet werden. Allen voran ist Artist-in-Residence Ute Lemper der Einladung nach Dessau gefolgt und prägt mit ihrer künstlerischen Kreativität das Festival. Auch die Aufführung der Dreigroschenoper, Katja Riemann mit den "Märchen vom letzten Gedanken", der musikalisch-kulinarische Abend der Goldenen Zwanziger, Helen Schneider oder Friedemann Eichhorn sowie das Jugendjazzorchester Sachsen-Anhalt begeistern. Auch Katharina Thalbach oder die Anhaltische Philharmonie Dessau oder Nils Landgren und das MDR-Sinfonieorchester geben sich die Ehre. 

Andrej Hermlin und sein Swing Dance Orchestra hingegen wollen in ihrem Konzert „Bei mir bist du schön“ am 14. März im Anhaltischen Theater Dessau daran erinnern, wie jüdische Künstler in Amerika, Deutschland und der damaligen Sowjetunion die musikalische Landschaft prägten. Sie spielen Melodien von George Gershwin und Oscar Kern, würdigen den aus Königsberg stammenden Film-, Operetten- und Kabarettkomponisten Werner Richard Heymann und den Amsterdamer Pianisten und Widerstandskämpfer Leo Kok. Rund um die Konzerte ermöglichen Führungen und die Ausstellungen, das Motto des Festivals näher kennenzulernen.

Das Kurt Weill Fest wird seit vielen Jahren unterstützt von zahlreichen Förderern und Sponsoren, allen voran vom Land Sachsen-Anhalt und der Stadt Dessau-Roßlau. Auch die Kurt Weill Foundation aus New York ist partnerschaftlich verbunden.

Weiterführende Informationen & Kartenservice: 0341-14 990 900; www.kurt-weill-fest.de