Warum AC/DC Kulturgut sind

AC/DC - die Starkstrom-Band aus Australien ist legendär und hat über viele Jahrzehnte das Musikbusiness geprägt. Sie zieht Jung wie Alt in ihren Bann und ihr Erfolgsrezept ist frei von jedem übermäßigen Schnickschnack. Kultstatus hat etwas, wenn es als herausragende kulturelle Leistung anerkannt wird. Bei AC/DC ist das längst der Fall.

Viele Jahrzehnte, viele Platten, viele Fans

AC/DC-Merchandise-Artikel gibt es viele. Und sie sind überall auf der Welt zu entdecken. Kein Wunder, denn AC/DC ist Kult. Die Band ist mehr als 40 Jahre im Geschäft und hat inzwischen über 200 Millionen Alben verkauft, darunter "Back in Black", das auf Platz 2 der meistverkauften Alben der Musikgeschichte liegt. Die Band wurde 1973 gegründet, doch zu ihren Fans zählen nicht nur alte Rock-Fans. Auf Konzerten waren in den vergangenen Jahren unterschiedlichste Generationen zu finden, denn da AC/DC auch wichtiger Bestandteil von Soundtracks zu Blockbustern wie "Iron Man 2" waren, sind sie auch einem jungen Publikum bekannt. Und nicht nur das: Die Band ist längst über den typischen Kreis der Rock- und Metalfans hinaus bekannt, denn die Songs der Altrocker werden seit Jahrzehnten immer wieder gespielt und teilweise auch neu interpretiert. Das berühmte "Hells Bells" aus dem Jahr 1980 war 2018 beispielsweise Teil der Saisonkonzerte des Roten Turms in Halle. Eine Hörprobe gibt es hier auf Youtube. Zudem eifern auch zahlreiche Coverbands AC/DC nach, darunter die Jailbreakers und AD/CB aus Halle. Es gibt kaum eine Chance, die Band nicht zu kennen oder wenigstens schon einmal gehört zu haben. Und spätestens beim Refrain des Songs "Highway To Hell" kann jeder mitsingen.



Unverwechselbarer Sound

Der Sound der Band ist unverwechselbar. Ein Grund dafür: Die Band erlaubt sich nur wenig Experimente. Mal sind die Songs etwas härter, mal sanfter, mal stärker am Blues angelehnt. Doch das war es auch schon an Variation. AC/DC verzichten bis heute auf ungewohnte Spielereien und das typische "Sich-neu-erfinden", wie man es von vielen anderen Künstlern kennt. Sie verzichten auch auf zu viel Effekthascherei, die so manche Rockband ihrer Musik aufzwingt. Was Skeptiker in der Vergangenheit gerne als Negativbeispiel für langweilige Wiederholungen auslegten, hat sich jedoch bewährt: Denn dank des gleichbleibenden Stils ist der Sound der Band bis heute unverwechselbar. Fans und mittlerweile auch viele Kritiker danken es ihnen.

Das ist jedoch nicht alles, was den Sound der Band so unverwechselbar macht: Die Gitarrenriffs sind ebenso einfach wie genial. AC/DCs Musik ist fast schon minimalistisch, weshalb die ersten Alben von den meisten Kritikern und Fachjournalisten als unspektakulär und zu schlicht verrissen wurden. Doch eben das ist die Essenz eines Hits wie "Highway to Hell": Eingängigkeit ohne zu viel Schnörkel.



Auf dem Boden geblieben

Keine Effekthascherei, keine typischen Rockstar-Allüren. Obwohl AC/DC Millionen mit dem Verkauf ihrer Alben und ausverkauften Welttourneen verdienen, erwecken sie den Eindruck, sie seien ganz normale Arbeiter, mit denen man ein Bier trinken gehen könnte. Malcom Young, der 2017 verstarb, galt als selbstbewusster Musiker, der beruflich wie auch privat auf unnötige Show verzichtete. Keine verwüsteten Hotelzimmer, keine ausufernden Frauenexzesse. Nur sein Alkoholproblem passte zum gängigen Klischee eines Rockstars. Auch Leadgitarrist Angus Young ist bodenständig - bis heute. Er gilt als einer der besten Gitarristen der Welt, auf den Konzerten dauern die Gitarrensoli länger als bei jeder anderen Rockband. Doch abseits der Bühne ist er eine introvertierte Persönlichkeit. Er lebt auch nicht - wie viele berühmte Musiker - in Metropolen wie LA oder New York: Young hat sein Zuhause in Holland, in der kleinen Stadt Aalten, aus der seine Ehefrau stammt. Alkohol ist für Angus Young ebenfalls tabu, er trinkt lieber Tee. Nicht jeder Rockmusiker führt ein spektakuläres Privatleben. Bodenständigkeit kommt gut an: Einfach, essenziell und genial.

Bildrechte: Flickr AC/DC Dose on TourDosionair CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten