Zu laut oder zu still?

Rainald Grebe und "Die Kapelle der Versöhnung" weilten am 2. Dezember im Steintor-Varieté. Kulturfalter nutzte die Chance und interviewte einen leicht müden Rainald Grebe am Morgen des Auftrittes.

Was kennen Sie von Halle – Händel, Salz oder Rotkäppchen?

Ich kenne ein paar Sachen, die Peißnitz, das Puppentheater, Halle-Neustadt und das Steintor-Varietè. Ich habe schon oft in Halle gespielt und ich war immer gerne da.

In Ihrem Programm geht es um die 68er und in einem Ihrer Songs singen Sie darüber, dass die 68er an allem schuld sind.Was ist die größte Schuld der 1968er?

Ha! Jetzt werd ich schon zitiert. Hm ... die größte Schuld ... (langes Schweigen) Und das am frühen Morgen! Ich verweigere die Aussage.

Gibt es eine Schuld der 1989?

Es geht um die politische Einmischung. Die Schuld der 68er wäre gegen alles und jeden zu sein und über das Ziel hinauszuschießen. Dadurch schweben sie immer im Raum, als wäre es ein Muss sich einzumischen. Mit der Einmischung ist auch gleich die Richtung genannt, die 89er sind stille und abgetaucht. Sie sind zu still und die 68er zu laut im Nachhinein.

„Der Blick in den Spiegel ist immer eine soziale Frage“ heißt es in Ihrem Programm. Welche Fragen stellen Sie sich beim Blick am Morgen in den Spiegel?

Warum ich aufstehe!

Sind Sie ein Langschläfer?

Wenn man mich lässt, dann ja.

Woran werden die Menschen zuerst denken, wenn Sie in 40 Jahren auf 2008 zurückblicken?

Sie werden es vergessen haben – vielleicht ist was im privaten Bereich geblieben, wie Scheidung oder Geburt.

Wohin geht es morgen?

In die nächste Stadt, aber vorher will ich heute Abend im Riff mit einem Kumpel noch was trinken gehen.

Vielen Dank, Herr Grebe, für das Gespräch!

Bitteschön, dann kann ich mir ja jetzt noch einen Kaffee machen.

(Alexander Bernstein, Kulturfalter Dezember 2008)

 

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