Es ist einfach nur Quatsch

Er war Keyboarder und Songwriter von Knorkator, doch damit ist es jetzt vorbei. Alf Ator widmet sich nach der Auflösung der Band dem Schreiben und war mit seinem Buch "Die satanischen Achillesferse" auch schon zu Gast in Halle. Zuvor sprach er mit dem Kulturfalter über Memoiren und die Erziehung seines Sohnes.

Kulturfalter: Alf, du warst doch sicherlich schon einmal in Halle?

Alf Ator: Ja, öfter schon. Hauptsächlich war ich wegen der Musik hier. Und ansonsten hatte ich mal einen ehemaligen Schulfreund, der hier was gelernt hat. Und das war’s schon.

Stichwort Musik: Das Ende von Knorkator geht Hand in Hand mit dem Beginn deiner Lesereise. Kannst du ohne die Bühne nicht leben?

Ich könnte schon ohne Bühne leben. Aber arbeitslos will ich nicht sein. Als Maurer könnt ich ja auch arbeiten – aber da nur als Hilfsarbeiter – und da könnte ich meine Familie nicht ernähren.

Nun bist du auf der Bühne geblieben – als Schriftsteller. Kommt dein jetziges Programm also ohne Musik aus?

Naja, nennen wir es ruhig Multimedia-Performance. Ich habe schon Geräusche und Musik dabei zur Untermalung der Geschichten, aber ich singe keine Lieder. In meinem nächsten Programm im Herbst will ich schon Musik einbauen.

Wovon erzählen deine Geschichten denn?

Es sind keine Memoiren und es hat auch nix mit der Band zu tun. Es ist einfach nur Quatsch. Ausgedachte Storys, absurde Gedankenspiele.

Der ganze Quatsch, wie du es nennst, führt der sich auch in deinem Privatleben fort?

Das tägliche Leben, da ist man auch wie man ist. Und da bin ich auch ein eher humorvoller, fröhlicher Mensch. Aber ich muss nicht den ganzen Tag Witze reißen, weil ich ja nicht den ganzen Tag ein Publikum befriedigen muss. Aber ich bin schon kein bierernster Spießer. Ich versuche bei der Erziehung meines Kindes darauf zu achten, dass er auch ein bisschen kaputt wird. (lacht)

Du ziehst ja ein spezielles Publikum an. Merkt man da eine andere Aufgeschlossenheit, als wenn jemand seine Memoiren liest?

Ich muss mir ein ganz spezielles Publikum erspielen. Stinknormale Durchschnitts-Knorkator-Fans sind nicht unbedingt das Nonplusultra-Zielpublikum für mich. Ich will den Abend auch ungerne als Comedy bezeichnen, weil es für mich wirklich ein Hasswort ist. Letztendlich läuft es rational darauf hinaus, dass es sowas ist, aber ich will das nicht so richtig, deswegen sage ich das nicht. Das ist das Problem dabei: Ich möchte eigentlich, dass ganz viele Leute kommen, ohne zu wissen, was ich eigentlich tue. Aber damit erreichst du keinen, also musst du irgendwas preisbieten. Also bin ich eigentlich in einer schwierigen Situation. Aber es macht trotzdem unglaublichen Spaß. (lacht) 

Vielen Dank für das Gespräch!
(Alexander Bernstein, Kulturfalter)

 

 

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