Wie Halle zu Hallywood wurde

Der Film "Wild" ist einer der Filme, die in Halle-Neustadt gedreht wurden. (Foto: NFP-Film)

Halle ist als mitteldeutsche Filmstadt einzigartig. Architektonische Vielfalt, DDR-Motive und die Unterstützungsangebote der Mitteldeutschen Medienförderung machen den medialen Charme von Hallywood aus und erklären, wieso Dreharbeiten und Filmpremieren vor Ort seit einigen Jahren fast zum Alltag gehören.

Hallywood statt Hollywood

Die Luft bebt. Die Menge jubelt, während die Kameras klicken. Filmliebhaber mit Wohnsitz in Halle erscheinen schick gekleidet in guten Anzügen und vornehmen Abendkleidern, die auf den Roten Teppich passen, denn Filmpremieren gibt es in Hallywood regelmäßig. Von Schultze gets the Blues bis hin zu Immenhoffilmen feierten bereits zahlreiche Produktionen vor Ort ihr Debüt und auch Hollywoodstars wie Tom Cruise hat Halle in der Vergangenheit bereits willkommen geheißen.



Der mediale Charme der mitteldeutschen Stadt zeigt sich schon bei einem Rundgang. Die architektonische Vielfalt ist ausnahmslos. Sanierte Altbauten und neue Gebäude wie die imposante Konzerthalle oder der neue Platz am Steintor reihen sich neben Mittelalterkulissen umgeben von DDR-Flair in Form alter Plattenbaugebiete im Stadtteil Silberhöhe. Von Dramen über Krimis bis hin zu Komödien und Dokumentarfilmen finden alle Genres hier eine Stimmung und Kulisse. Eine Bestätigung dafür liefern die 22 Filme, die allein zwischen 2015 und 2017 in Hallywood entstanden sind. Bis heute setzt sich die cineastische Geschichte der Filmstadt fort, so bestätigt die Studie Filmstandort Mitteldeutschland, die neben der architektonischen auch die landschaftliche Standortsvielfalt lobt.



Hinter den Kulissen

Ob in der Zorn-Reihe das Nordbad zum Tatort wird, auf dem Haller Flughafen die Superhelden aus „The First Avenger" zum Endkampf schreiten oder Florian David Fitz und Matthias Schweighöfer in „100 Dinge“ über die Neustadtpassage schlendern: Drehorte gibt es in Halle viele. Es sind die Kontraste, die die einzigartige Atmosphäre der Saalestadt ausmachen: eine Kulisse zwischen Traum und Morbidität. Aber auch hinter den Kulissen bleibt Hallywood ein besonderer Filmstandort. Drehgenehmigungen erhält man vor Ort schnell, bei der Logistik wird man unterstützt und auch auf der Suche nach den besten Drehorten lässt Hallywood Filmemacher nicht allein.

Zugang zu hervorragender Infrastruktur und gutem Personal ist neben der inhaltlichen Angemessenheit der Drehmotive ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Qualitätspersonal für die Ton- und Bildbearbeitung findet sich beispielsweise im Mitteldeutschen Multimediazentrum, das zertifizierte Kinomischungen in einer der besten Anlagen ganz Europas entwickelt. Unterstützung erhält man in Halle von allen Seiten, bestätigen Jürgen Vogel und Moritz Bleibtreu nach den Dreharbeiten zu Stereo und loben die Offenheit der Region. Aber nicht nur das: Auch Unterstützungsmöglichkeiten der Mitteldeutschen Medienförderung überzeugen Filmemacher von Hallywood. Zuschüsse und Darlehen sind für alle Projektphasen denkbar: Von der Vorbereitung bis hin zur Verbreitung. Wie Halle zu Hallywood geworden ist, lässt sich bei diesen Vorzügen deutlich nachvollziehen.