Wenn es nach Helen Mirren geht, liegt Russland in "Sexy Anhalt"

Ein Film über Leo Tolstoi, unter anderem in Sachsen-Anhalt gedreht. (Foto: Warner Bros.)

Der Film "Ein russischer Sommer" erzählt die bewegende, faszinierende Geschichte der letzten Tage des ersten weltbekannten Bestseller-Autors und Medienstars Leo Tolstoi. Eine Geschichte, die von Leidenschaft, Liebe, Ehe, Familie, Geiz, Intrigen und Revolution handelt. Und die auf mal humorvolle, mal dramatische Weise zeigt, wie schwierig es ist zu lieben; und gleichzeitig wie unmöglich, ohne die Liebe zu leben...

Die deutsch-russische Produktion wurde unter anderem mit der Hallenser Firma Egoli Tossell Film hergestellt. Unter anderem deswegen fanden vom 7. April bis 4. Juni 2008 in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen sowie im Studio in Leipzig die Dreharbeiten zu dem Film statt. In den 40 Drehtagen entstand das bewegende Drama mit internationalem Staraufgebot unter der Regie des Amerikaners Michael Hoffman (Tage wie dieser). Für die Verfilmung konnte der Starregisseur ein beeindruckendes Ensemble internationaler Stars vor der Kamera versammeln, das durch darstellerische Meisterleistungen glänzt: Neben Oscar-Preisträgerin Helen Mirren (Die Queen) als Tolstois Ehefrau Sofia sind Hollywood-Legende Christopher Plummer (Oben, The Sound of Music, Insider) als Leo Tolstoi und andere Stars auf der Leinwand zu sehen.

Besonders Helen Mirren schien Sachsen-Anhalt besonders gefallen zu haben. Für den Film war ,russische Exotik’ gefragt: „Die Drehorte sollten die richtige Stimmung vermitteln – sowohl innen wie außen. Das war in Sachsen-Anhalt relativ einfach herzustellen. Die Landschaft ist der russischen Region Tula sehr ähnlich. Im Film sieht man einen so ‚perfekten’ russischen Birkenwald, wie ich ihn in ganz Russland nie gesehen habe. Aber er steht in der Dübener Heide. Kurzum:  Russland war in ‚Sexy-Anhalt’, so der Spitzname, der dem Bundesland von Helen Mirren verliehen wurde, ziemlich einfach wieder zu finden. Man hat uns vor Ort sehr unterstützt – gerade im wunderbaren Naturpark Dübener Heide, und bei der Bahn in Sachsen-Anhalt.“, so Produzent Jens Meurer über den Film.

Und darum geht es in dem Film

Russland, 1910. Der junge Walentin Bulgakow wird von Tolstois engem Vertrauten Wladimir Tschertkow zum Privatsekretär des Dichters berufen. Bulgakow ist stolz und aufgeregt, dem weltberühmten Autor Leo Tolstoi so nahe zu kommen und gar in ihm einen so aufgeschlossenen Mentor zu finden. In der Tat wird Tolstoi in seiner Heimat geliebt, bewundert und auch gefürchtet. Photographen und Reporter versammeln sich ständig vor seinem Haus, um sein Privatleben für die Weltpresse zu dokumentieren. Die strenggläubigen Anhänger seiner sozial-reformerischen Ideen, die Tolstoianer, sind begierig, jedes Wort des großen Meisters sofort für die Nachwelt niederzuschreiben.So ist vor allem Tschertkows unbedingtes Ziel, die Rechte an Tolstois Werken vollständig dem russischen Volk zu überlassen.

Damit macht er sich zum Feind von Sofia Tolstaja, der Ehefrau und Herausgeberin des Autors. Sie ist eng an Leo Tolstois Seite die Mutter seiner 13 Kinder, Verwalterin des Gutes und Ver-mögens und darüber hinaus als seine große Liebe auch Muse und Beraterin seiner beiden bekanntesten Romane "Anna Karenina" und "Krieg und Frieden". Diese hat sie neben all ihrenhäuslichen Pflichten und unter Vernachlässigung eigener Bedürfnisse mehrfach ins Reine geschrieben und umsichtig einem großen Publikum zugänglich gemacht. Nun soll sie dem Ideologen Tschertkow als Vertraute des geliebten Mannesihren Platz räumen! Und für sich und ihre große Familie aufdas gemeinsame Lebenswerk verzichten!?! Sofia ist verletzt und wütend. So beauftragt sie – ebenso wie Tschertkow das zu seinen Gunsten vorher bereits getan hat – den unbedarften Bulgakow, Tolstoi in seinen Absichten auszuhorchen und dies in einem Tagebuch zu dokumentieren.

Zwischen den Fronten der mit Tricks und List geführten Auseinandersetzung ist Walentin Bulgakow hin- und hergerissen zwischen seiner Loyalität zu dem so tief verehrten Tolstoi und zu Sofia. Und er verliebt sich zum ersten Mal leidenschaftlich:in die völlig frei denkende und auf dem Gut der Tolstoi lebende schöne Mascha. Als er sich gerade auf Gut Jasnaja Poljana eingelebt hat und mit aller Diskretion versucht, seineAufgaben gut zu erfüllen und Tolstois Haltung zu verstehen,reist Mascha nach Moskau ab. Mit eigenem Liebeskummer verfolgt er Leos und Sofias heftige Schlacht von Liebe und Hass und bemüht sich um Vermittlung, wo es nichts mehr zuvermitteln gibt.