Das war die 18. Impronale in Halle

Vom 25. November bis 28. November 2021 fand die 18. Impronale in Halle statt. Das Ensemble „Hörspiel auf Verlangen“ aus Halle hat am Samstag mit der Show „Blaue Stunde“ das Publikum für sich gewonnen und nahm den Improkal mit nach Hause.

„Der Zauber des Moments“ war das Motto der 18. Impronale, und wahrlich verzaubert haben die auftretenden Künstler/-innen am ersten Adventswochenende ihr Publikum. Zwar etwas stiller und leiser als sonst: Aufgrund der aktuellen Pandemielage musste die große Geburtstagsparty zum 18. Geburtstag des Improvisationstheaterfestivals entfallen. Dafür genauso besinnlich, gesellig und mit Kaffee und Kuchen, zwischen Lichterketten und Sekt. Trotz der besonderen Umstände und geltenden 2G Bestimmungen bei der diesjährigen Impronale waren die Veranstaltungen in der Freien Spielstätte an diesem Wochenende beinahe ausverkauft. Kaum ein Sitz blieb frei – weder zur feierlichen Eröffnung mit „Quersumme 9“ am Donnerstag, bei der der Veranstalter Kaltstart e.V. und Wegbegleiter/-innen in Erinnerungen schwelgten, noch bei den Shows der Improkalbewerber/-innen am Freitag und Samstag.



Bis Sonntagabend den 28.November, konnten Hallenser/-innen und Improvisationstheaterfans noch das Wirken der internationalen Künstler/-innen bestaunen und sich den ein oder anderen Tipp abholen.

Wer keine Tipps mehr brauchte, waren die Gewinner/-innen des 18. Improkals: Die hallesche Gruppe „Hörspiel auf Verlangen“. Mit ihrer Show „Blaue Stunde“ haben sie am 2. Festivaltag das Publikum überzeugt. Die Darsteller/-innen aus Halle setzten sich knapp gegen die Zweitplatzierten Theater Inedit (mit dem Stück „Heureka!“) und deutlicher gegen Mitbewerber/-innen Improsant (mit „Das Ende“) und Roland Trescher (mit „Mein Nabel die Welt“) durch.

Die „Blaue Stunde“ ist ein innovatives Format der halleschen Gruppe, in der Hörspiel, Musik, Schattentheater und bildende Kunst aufeinandertreffen. Am Anfang steht nur ein Wort, aus dem sich Szenen entwickeln. Das Wort an diesem Samstag: Das Schwein. Die Künstler/-innen setzten sich mit Überbevölkerung und Fleischkonsum auseinander. Warum ist das Leben des einen mehr wert als das des anderen? Warum werden manche Tiere als Gefährten geliebt und vergöttert und andere geschlachtet? Eine Antwort gibt die „Blaue Stunde“ nicht, sondern wirft viele Fragen auf – nicht zuletzt, wie unsere Gesellschaft mit Fleisch umgehen wird, wenn es ein rares Gut wird.

Mit der Show „Molekular-Theater“ am 28.November schloß die 18. Impronale in Halle. Die Bühne ist Labor. Die Spielenden unberechenbares Leben. Die Zuschauenden Laborierende. Und wir fragen uns: Haben wir überhaupt irgendetwas unter Kontrolle? Die nächste Impronale kommt im November 2022.