Zonen des Zwischenmenschlichen - 15. Impronale Festival in Halle

Foto: Markus Scholz

Die Impronale lädt bereits zum 15. Mal zu Begegnungen mit international bekannten Improvisationskünstlern ein, die die Grenze zwischen Bühne und Zuschauerraum zum Schmelzen bringen. Ausgangspunkt vieler Stücke ist in diesem Jahr das Thema Interaktion in all seinen Facetten: Wie leben wir in der Stadt? Wie klären wir gemeinsam ethische Fragen? Was hat Klassenkampf mit Boxen zu tun? Es gilt wie immer beim Impro-Theater: Es darf nach- und mitgedacht, diskutiert und laut gelacht werden. Die Gruppen und Künstler kommen aus Norwegen, Österreich, USA und Deutschland. Zum Abschluss nach allen Aufführungen werden die besten Shows mit dem Publikums-Improkal und dem Jury-Improkal ausgezeichnet. Auch in diesem Jahr gehören Workshops bei einigen der weltweit besten Schauspieltrainern zum Rahmenprogramm des Festivals. Die Teilnehmer geben in der „Werkschau“ Einblick in die schon seit Wochen ausgebuchten Workshops. Die Theatertage enden mit einer Welturaufführung, einem Box-Theater-Abend, bei dem entlang der physischen Schmerzgrenzen geboxt und gespielt wird


Foto: Markus Scholz

Zum Einstimmen auf das diesjährige Festival findet am 10. November um 20 Uhr das "Impronale Warm-Up" mit den halleschen Lokalmatadoren „Stabile Seitenlage I und II“ in der Theatrale statt. Dabei gibt es Freikarten für die Impronale zu gewinnen.

Spiel- und Veranstaltungsort: Studio Halle, Waisenhausring 9 (06108 Halle)

Donnerstag, 30.11.2017

20 Uhr – City Life

Akteure aus Norwegen, Österreich, USA und Deutschland – auf Deutsch und Englisch

Festivaleinstieg: gleich am ersten Abend des Festivals stehen Spieler aller beteiligten Gruppen zusammen auf der Bühne. Mittels eigener Beobachtungen und durch szenische Arbeit beleuchten sie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Aufführungsstadt Halle.

Freitag, 01.12.2017

20 Uhr – Dilemma MaLachen 

Verena Lohner, Knut Kalbertodt und Wolfgang Lüchtrath (D) – auf Deutsch        

In einem Dilemma gibt es kein richtiges oder falsches Handeln, man kann nur zwischen Möglichkeiten wählen, die alle schlecht sind. Dennoch muss man sich entscheiden, wissend, dass jede Entscheidung einen hohen Preis fordern wird. Also ist es gut, erst einmal gründlich nachzudenken. Doch kann Denken unterhaltend sein? Ja, es kann.

22 Uhr – Afterwords 

Randy Dixon (USA) und Beatrix Brunschko (A) – auf Englisch

Ganz ungeplant zeigen die Spieler unabhängige Szenen, deren Bedeutung das Publikum im Anschluss für sich interpretieren kann. So entsteht der tiefere Sinn des Stücks im Nachhinein, also nach dem die Worte gefallen sind und nachdem die Spieler interagiert haben. Die wahre Bedeutung der Show und des Titels wird schließlich jedem im Raum klar werden, aber erst – nach den Worten.

Samstag, 02.12.2017

20 Uhr – AlsWir 

AlsWir (D) – auf Deutsch

Mit Lust und Liebe am Spiel bringen die Spieler Themen und Fragen auf die Bühne, die sie gerade beschäftigen. Egal ob persönlich, politisch oder global. Die Sehnsucht des Einzelnen nach Anerkennung und Liebe, das Gelingen und Scheitern, das Navigieren in einer komplexen Welt, das Erleben eigener Bedürfnisse und Widersprüche. Theater für die heutige Zeit.

22 Uhr – Almost Ibsen 

Det Andre Teatret Oslo (NO) – auf Englisch

Henrik Ibsen ist tot. „Sehr bedauerlich“, sagen einige, andere meinen: „Dem Himmel sei Dank“, und viele fragen sich wahrscheinlich: „Wer ist Henrik Ibsen?“ Die Spieler dieses Formats haben es sich zur Aufgabe gemacht, neue Ein-Akt-Stücke basierend auf Ibsens Werken, seinen Themen und seinem Erzählstil zu kreieren. Das Publikum schlägt einen Titel á la Ibsen vor – der dann in pure Tragik umgesetzt wird.

Sonntag, 03.12.2017

10 Uhr – Öffentliche Werkschau der Impronaleworkshops

20 Uhr – Klassenkamf 

Steife Brise (D), Die Koenigs (D), Theater Kaltstart & Hörspiel auf Verlangen Halle (D), Randy Dixon Unexpected Productions Seattle (USA) – auf Deutsch und Englisch

Die Spieler sammeln noch ein letztes Mal all ihre Kräfte und vereinigen sich auf der Bühne zu einem epischen Festival-Finale. Boxen ist ein Spiegel der Gesellschaft. Improvisationstheater ist es auch. Boxen verausgabt. Improvisationstheater vereinnahmt. Das Boxen wird zur Metapher für Wollen und Können, Siegen und Verlieren, Kraft, Geschwindigkeit, Angst und Mut.