Unichor Halle
Unichor Halle, (Foto: © MLU)

Mendelssohns - Lobgesang

Das Werk entstand 1840 als Auftragswerk der Stadt Leipzig anlässlich des 400. Jubiläums des Gutenbergschen Buchdrucks. Bei Mendelssohns Zeitgenossen avanciert der „Lobgesang“ schnell zu einer seiner populärsten Kompositionen. Bereits im September 1840 leitete der Komponist weitere Aufführungen beim Musikfest im englischen Birmingham oder 1842 beim Niederrheinischen Musikfest in Düsseldorf.

Über Mendelssohns Werk schrieb Robert Schumann in einer begeisterten Rezension: „Alles Lob über die herrliche Komposition! Was den Menschen beglückt und adelt, finden wir hier beisammen, fromme Gesinnung, Bewusstsein der Kraft, ihre freiste, natürlichste Äußerung; die musikalische Kunst des Meisters, die Begeisterung, mit der er gerade an diesem Werke arbeitete, namentlich da, wo der Menschenchor die Hauptrolle bekommt, nicht weiter in Anschlag zu bringen.“

Die Einzigartigkeit des Werks als Sinfonie-Kantate besitzt in ihrer Anlage Ähnlichkeiten in Bezug auf die 9. Sinfonie Beethovens. Wie bei Beethoven folgt den ersten drei, rein instrumentalen Sätzen der monumentale Finalsatz in großer Besetzung für Chor, Solisten und Orchester. In der Programmatik des Werks findet sich eine Analogie zum Schaffen Gutenbergs mit dem ersten Druck der Bibel. So wie dieser mit seiner Erfindung half, dem menschlichen Geist den Weg aus der Finsternis mittelalterlicher Bildungsenge zu finden, so thematisiert Mendelssohn in prächtiger Besetzung und gewaltiger Tonsprache als zentrale Idee des Werkes, den Triumph des Lichts über die Dunkelheit. (Zitat: „Die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbeigekommen! So lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts.“) Zeitgenosse und Dirigent Frieder Bernius fasst es wohl zusammen, wenn er notiert: „Mendelssohn hat schon alle Erfahrungen mit Orchesterwerken hinter sich, als er diese Symphonie schreibt, aber er hat eben auch sehr viel geistliche Werke geschrieben und so ist für mich zumindest diese Symphonie eine Conclusio seines ganzen Schaffens.“

Die Aufführung dieses grandiosen Werks ergibt sich aus der mittlerweile 8. Kooperation zwischen der Anhaltischen Philharmonie Dessau und dem Universitätschor Halle „Johann Friedrich Reichardt“. Das Projekt ist dabei das einzige chorsinfonische Konzert, das innerhalb der Reihe anlässlich des 250. Jubiläums des Dessauer Orchesters in diesem Jahr realisiert wird.

Weitere Werke Mendelssohns vervollständigen an diesem Abend das musikalische Bild des Komponisten. Irénée Peyrot, Organist und Kantor der Marktkirche Halle, lässt die Orgelsonate A-Dur erklingen und Chor und Orchester runden mit der Choralkantate „Verleih uns Frieden“ den Konzertabend ab.

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