Drei Frontsoldaten
Drei Frontsoldaten, (Foto: © Otto Grieben)

Emotionsräume. 100 Jahre Erster Weltkrieg

Im August 1914 begann der Erste Weltkrieg, der in seiner Konsequenz das gesamte europäische Wertesystem veränderte und dessen Folgen mit dazu beitrugen, die nationalsozialistische Diktatur und den von ihr entfesselten nächsten Weltkrieg vorzubereiten.

Eindrucksvolle Werke von Künstlern, die den Krieg aus eigenem Erleben kannten, sollen einen Teil der Ausstellung bilden. Beispielhaft genannt seien hier Otto Dix, Otto Griebel, George Grosz, Bernhard Heisig und Magnus Zeller sowie die Apokalyptischen Landschaften von Ludwig Meidner. Daneben sollen Werken von Künstlern aus der „zweiten Reihe“ (u. a. Hans Baluschek, René Beeh, Erich Drechsler, Heinrich Ehmsen und Erwin Hahs) gezeigt werden, die eine – besonders in ihren Kriegsdarstellungen – hohen künstlerischen Wert besitzen, jedoch kaum überregional bekannt geworden sind. In der Regel gehören sie dem „Expressiven Realismus“ an – ein von Rainer Zimmermann geprägter Begriff für eine breitgefächerte künstlerische Formensprache, die sich zwischen den Weltkriegen entwickelte und deren sozial- und gesellschaftskritische Richtung von den Nationalsozialisten als „entartet“ verfemt wurde.

In einem Raum der geplanten Ausstellung sollen Fotografien geschundener Kriegslandschaften Aufnahmen verletzten und zerstörten Gesichtern gegenüber gestellt werden. Einen Ausgangs- und Orientierungspunkt dafür bilden die im „Antikriegsmuseum“ in Berlin gesammelten und bereits 1924 erstmalig von Ernst Friedrich in seinem Buch „Krieg dem Kriege“ veröffentlichten Bilder. Ein weiterer Raum soll die Folgen für die überlebenden, aber teilweise schwerstbehinderten Kriegsteilnehmer durch die Ausstellung originaler Prothesen jener Jahre anschaulich werden lassen. Viele ehemalige Soldaten quälten sich nach Kriegsende mit teilweise unzulänglichen technischen Hilfsmitteln, um ihren Alltag zu bewältigen.

Weiterhin sollen zeitgenössische Fotografien von Krieg- und Kriegerdenkmälern aus der näheren Umgebung von Halle (Saale) dokumentieren, wie unterschiedlich der Kriegstoten, die aus jeder Gemeinde und fast jeder Familie stammten, gedacht wurde. Hier stehen wir in engem Kontakt zum Institut für Geschichte der Martin Luther Universität wo Prof. Dr. M. Hettling seit Jahren zum Thema Kriegsdenkmäler der Region arbeitet.

Die emotionale Komponente der Ausstellung wird unterstützt durch Filme und Filmausschnitte mit Szenen, die im Ersten Weltkrieg oder der unmittelbaren Nachkriegszeit spielen und einen primär künstlerischen, weniger dokumentarischen Charakter besitzen. Zeitgenössische Künstler wie u. a. Kai Fobbe, Martin Dammann und Matthias Kunkel möchten wir einladen, ausgehend vom Thema der Ausstellung, ihre ganz eigenen „Emotions-Räume“ zu schaffen. Das Ausstellungsprojekt ergänzt und erweitert die Initiative des Museumverbandes Sachsen-Anhalt zum Thema „Heimat im Krieg“.

www.kunstverein-talstrasse.de



Kunstverein Talstrasse, Talstraße 23, Tel. 0345/ 550 75 10, www.kunstverein-talstrasse.de

18.07.2014 bis 19.10.2014

jeweils
Fr.: 14.00 bis 19.00 Uhr
Sa.: 14.00 bis 17.00 Uhr
So.: 14.00 bis 17.00 Uhr
Di.: 14.00 bis 19.00 Uhr
Mi.: 14.00 bis 19.00 Uhr
Do.: 14.00 bis 19.00 Uhr

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06120 Halle


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