Halle: Nachfrage nach Bauland und Immobilien steigt

View over Halle. (Foto: Christian Pogada, Flickr)

Halle litt nach der Wende unter einer sukzessiven Abwanderung. Lebten 1990 noch über 300.000 Menschen in der Großstadt an der Saale, waren es 2010 nur noch rund 230.000. Der Schwund machte sich schnell bemerkbar: Plattenbauten wurden abgerissen, der Wohnungsbestand schrumpfte mit der Einwohnerzahl. Doch seit einigen Jahren zeichnet sich ein neuer Trend ab: Die Bevölkerungszahl steigt langsam wieder an. Inzwischen sind auch Bauland und Immobilien wieder stärker nachgefragt.

Wohnungsmarkt entwickelt sich positiv

Halle gewinnt wieder an Attraktivität: Inzwischen leben wieder rund 238.000 Menschen in der Großstadt an der Saale. Dementsprechend steigt auch die Nachfrage nach neuen Wohnungen und Bauland. Auf der Seite von Grand City Property ist nachzulesen, dass neben den beliebtesten Quartieren Kröllwitz, dem Giebichensteinviertel und dem Paulusviertel inzwischen sogar wieder die Nachfrage nach Wohnungen in Halle-Neustadt steigt. Grund für zunehmende Attraktivität sind die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen der vergangenen Jahre. Gerade hier zeigt sich die Trendwende in Halle vielleicht am stärksten: In den Plattenbauvierteln wurden nach der Wende ganze 14.000 Wohnungen abgerissen. Gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung konstatiert Oberbürgermeister Bernd Wiegand: "Innerhalb der vergangenen fünf Jahren hat sich die Situation in Halle komplett verändert: Immobilien und Bauland sind heiß begehrt". Das drückt sich auch in Zahlen aus: Demnach wurden im letzten Jahr 150 Genehmigungen für Wohngebäude mit 234 neuen Wohnungen im Rathaus abgesegnet.



Bauen! Bloß wo?

Die Preise für Wohnraum sind in Halle immer noch sehr günstig. Während in München für einen Quadratmeter Eigentumswohnung inzwischen satte 6.900 Euro fällig werden, kostet der gleiche Wohnraum in Halle gerade einmal 2.300 Euro. Da die Mieten in Städten wie München trotz des ohnehin schon hohen Niveaus nicht mit den explodierenden Grundstücks- und Quadratmeterpreisen für Eigentumswohnungen mithalten können, werden die Städte für Investoren zunehmend uninteressanter. Zu hoch ist das Risiko, zu lang die Zeit bis Renditen erwirtschaftet werden. Ganz anders in Halle: "In der Wachstumsregion Leipzig/Halle/Chemnitz lassen sich bei Anlageimmobilien durchaus Renditen von bis zu zehn Prozent erzielen", erklärt der Experte Ralf Oberänder gegenüber der Zeitung "Die Welt". Dabei profitiert Halle nicht zuletzt auch von der ebenfalls aufstrebenden Nachbarstadt Leipzig, wo bezahlbarer Wohnraum auch immer knapper wird. Fragt sich nur, wo in Halle überhaupt gebaut werden soll – wo gebaut werden kann? Das Problem ist, dass die Stadt nach Jena über die kleinste Stadtfläche aller ostdeutschen Großstädte verfügt. In Heide-Süd, Wörmlitz, Büschdorf, an der Merseburger Straße sowie am Böllberger Weg, der Bugenhagenstraße und neben dem Riebeckplatz gibt es laut der Mitteldeutschen Zeitung aber noch guten Baugrund. An der Muldestraße in Neustadt soll zudem ein neues Baugebiet geplant werden. Im Stadtrat soll der Boom jetzt verstärkt thematisiert und bis Ende 2017 ein neues wohnungspolitisches Konzept ausgehandelt werden.

(Foto: Flickr View over Halle Christian Pogoda CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten)