Die Wirkung von Thermalbädern genießen

Laut Meteorologen hat der Herbst schon Anfang des Monats begonnen, der Kalender datiert den Auftakt der dritten Jahreszeit dagegen auf den 22. September. Wem man nun glaubt, die traurige Nachricht ist: Der Sommer neigt sich dem Ende zu. Während das Wetter also zusehends ungemütlicher wird, ziehen wir uns immer mehr nach drinnen zurück, wo es warm und trocken ist. Dadurch bekommt der Körper jedoch automatisch weniger Sonne, Frischluft und Bewegung. Genau wie die Natur und Pflanzenwelt schaltet auch unser Organismus unweigerlich einen Gang runter und benötigt deshalb umso mehr Fürsorge und Entspannung.

Der ständige Mangel an UV-Licht, der uns in den kommenden Kältemonaten bevorsteht, macht uns nämlich anfälliger für akuten Stress. Manch einer greift dann zu einer Notfalldosis Kräuteressenzen wie Rescue-Bachblüten, andere verlassen sich auf Meditation oder Atemübungen. Jedoch ist langfristig auch eine geeignete Methode vonnöten, um den Stress wirklich nachhaltig abzubauen. Die alten Griechen und Römer frönten zu diesem Zweck der Badekultur. Und auch heute noch schwören 3,78 Millionen Deutsche auf den Gang in die Therme oder ins Thermalbad; 28,48 Millionen sind laut dem IfD Allensbach zumindest gelegentlich dort anzutreffen.



Geborgen wie im Mutterleib

Die tatsächliche Wirkung von Thermalbädern auf Körper und Geist ist im letzten Jahr endgültig wissenschaftlich nachgewiesen worden. Sie helfen demnach nicht nur gegen akuten und chronischen Stress, sondern beugen auch dem Burnout-Syndrom sowie den weit verbreiteten „Zivilisationskrankheiten“ wie Herzinfarkten, Schlaganfällen, Depressionen und Altersdemenz vor. Grund dafür ist das für Thermen typische Solewasser, das reich an Mineralsalzen ist. Schon 25 Minuten Aufenthalt verringern nachweislich das Stresshormon Kortisol im Körper und senken zudem den Homocystein-Spiegel im Blut.

Die annähernde Körpertemperatur des Wassers sowie das Gefühl der Schwerelosigkeit fördern außerdem Muskelentspannung, Gelenkentlastung, Stoffwechsel und Durchblutung. Jedoch kann sich die gesundheitliche Wirkung von Solebädern erst durch eine wiederholte Anwendung voll entfalten. Es empfehlen sich also regelmäßige Thermenbesuche nach Feierabend (die meisten Bäder haben wochentags bis 22 Uhr geöffnet) oder am Wochenende. Mit einer Jahreskarte lässt sich dabei einiges an Eintrittskosten sparen.



Thermen in der Nähe von Halle

In den Genuss von Solebädern kommen Besucher aus der Region beispielsweise in der Sachsen-Therme in Leipzig, die von Halle aus mit dem Auto in knapp einer halben Stunde erreichbar ist. Die 18.000 Quadratmeter große Wellness-Oase präsentiert sich als Allround-Badelandschaft für die ganze Familie. Während die Kleinen in der Kinderwasserwelt, im Strömungskanal oder auf der steilen Doppelrutsche ihrem Spieltrieb freien Lauf lassen, können Erwachsene im Whirlpool, in der Sauna oder im SPA-Bereich entspannen.

Ein Tipp für Genießer ist zudem die Toskana Therme in Bad Schandau, die man in etwa zwei Stunden mit dem Auto erreichen kann. Hier ist der Name Programm: Die Anlage will das paradiesische Gefühl italienischer Lebensfreude und Entschleunigung vermitteln. Die Badelandschaft zeichnet sich durch eine spezielle Atmosphäre aus und wird von den Betreibern treffend „Liquid Sound“ (zu Deutsch: flüssiger Klang) genannt: In einem speziellen Solebecken können Sie schwerelos auf dem Rücken liegend der Unterwasser-Entspannungsmusik lauschen und das einzigartige Farben- und Lichtspiel an der Kuppel über sich beobachten. Im Außenbecken werden traumartige Bilder in den extra dafür erzeugten Sprühnebel projiziert. Ein großes Angebot an Saunen und Wellness-Dienstleistungen lässt zudem keine Wünsche offen.

 

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