Ausflugstipps für Uhrenfans: Museen in Sachsen und Sachsen-Anhalt

(Foto: Frank Steiner, Flickr)

Wer eine Leidenschaft für Uhren hegt, pilgert meist in die Schweiz, um dort Raritäten der Zeitmessung zu bestaunen. Doch auch direkt vor unserer Haustür wird große Uhrmacherkunst und die Geschichte der Zeitmessung zelebriert: Mitten im Bodetal im Harz gibt es das Treseburger Uhrenmuseum und im sächsischen Glashütte, das auch über die Grenzen des Landes hinaus für seine Manufakturen bekannt ist, das Deutsche Uhrenmuseum. Die Anreise aus Halle lohnt sich, denn hier gibt es vieles zu entdecken.



Deutsches Uhrenmuseum Glashütte

Der Ortsname Glashütte sagt auch Uhrenliebhabern in China oder den USA etwas. Denn obwohl das Städtchen im Erzgebirge nur rund 7.000 Einwohner zählt, gibt es hier eine lange Tradition. Bereits seit Mitte des 18. Jahrhunderts werden in Glashütte zum Großteil noch in Handarbeit Uhren von Marken wie A. Lange & Söhne oder Glashütte Original gefertigt. Die kostbaren Taschenuhren aus der Anfangszeit der Uhrmachertradition im Erzgebirge sind noch heute begehrte Sammlerstücke. Liebhaber zahlen wegen der aufwendigen Herstellung auf Online-Marktplätzen und auf Auktionen alleine für historische Taschenuhren aus dem Hause A. Lange & Söhne teils hohe vier- bis fünfstellige Beträge. Bekannt sind die Modelle nicht für ihre edle Ästhetik, sondern ebenso für ausgefallene Komplikationen wie Ewige Kalender oder Tourbillons. Auch Armbanduhren aus Glashütte stehen immer noch für höchste Qualität und zieren die Schaufenster von Juwelieren in ganz Deutschland und der Welt. Weniger bekannt sind hingegen die ebenfalls im Uhrenmuseum ausgestellten Marinechronometer oder Präzisionspendeluhren, die ebenso zu der ereignisreichen Geschichte der Glashütter Uhrenfertigung gehören. Wechselnde Sonderausstellungen legen darüber hinaus Schwerpunkte in verwandten Feldern der Feinmechanik: So gibt es im Rahmen der Schau "Ausgerechnet" seit dem 8. Juni 2017 Glashütter Rechenmaschinen zu bestaunen. Weitere Informationen zum Museum, der Sammlung und zur Besichtigung bietet die offizielle Webseite des Deutschen Uhrenmuseums Glashütte



Uhrenmuseum Treseburg

Deutlich unbekannter ist das Uhrenmuseum Treseburg. Selbst unter Kennern ist das kleine, in einer Villa beherbergte Uhrenmuseum noch ein Geheimtipp. Seit dem ersten Aufkeimen der Idee vor 20 Jahren entstand im Bodetal eine beachtliche Sammlung spannender Zeitmesser. Anfangs noch mit geliehenen Exponaten, schufen Silke und Rüdiger Fischer im damaligen Hüttenmuseum eine erste Uhrenausstellung, aus der im Jahr 2000 ein ganzes Uhrenmuseum in der eigens zu diesem Zweck gekauften Villa erwuchs. Seither gibt es echte Raritäten aus Jahrhunderten der Zeitmessung zu bestaunen. Um nur ein Highlight unter den rund 700 Ausstellungsstücken zu nennen: Hier können leidenschaftliche Uhrenfans die Originaluhr von Kaiser Wilhelms II. bestaunen – dieses Stück gab er 1879 bei der noch heute bestehenden Schweizer Traditionsfirma Girard-Perregaux in Auftrag. Viel mehr wollen die Fischers im Gespräch mit der Mitteldeutschen Zeitung jedoch nicht über die Sammlung verraten: "Schließlich wollen wir die Besucher mit unserem kleinen, aber feinen Museum überraschen", erklären sie gegenüber der MZ. Wer sich für die Ausstellung interessiert, findet weitere Informationen sowie die Adresse, Öffnungszeiten und Kontaktdaten auf dem Online-Portal des Bodetals

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