Triple AAA - Jazz aus Asien, Afrika und Amerika in Halle

Naqsh Duo. „Naqsh“ ist Farsi und bedeutet Ausschmückung oder Gestalt. (Foto: Erfran Pasra)

Jazz ist eine Musikrichtung, die auf der ganzen Welt gespielt wird. Dadurch unterliegt die Musik auch unterschiedlichen Einflüssen. Neue Instrumente, Gesangstechniken und Rhythmen werden „verjazzt“ und wandeln und formen das, was einst in den Südstaaten der USA entstand. Genregrenzen weichen dabei auf, und Neues entsteht. Genau darauf richtet in diesem Jahr das Women in Jazz-Festival seinen Fokus. Der Titel „Triple A“ deutet es an – zu den Hauptkonzerten hat man Jazzprojekte aus Amerika, Afrika und Asien eingeladen.

Jazz aus Asien

So kann man unter anderem am 27. April in der Georgenkirche das Naqsh Duo (Foto) erleben. „Naqsh“ ist Farsi und bedeutet Ausschmückung oder Gestalt. Naqsh bilden die beiden iranischen Musikerinnen Golfam Khayam) und Mona Matbou. Ihre Musik ist voller Verzierungen und Ausschmückungen, formen- und gestaltreich. Sie überwinden bekannte Spieltechniken und experimentieren mit ihren Instrumenten. Sie werfen einen sehr eigenen Blick auf die Wurzeln der persischen Musik und schaff en so eine eigene, neue Klangsprache, abseits von musikalischen Kategorien und geografischen Grenzen – atemberaubend schön.

Jazz aus Afrika

Jazz aus der marokkanischen Wüste bringt die Jazz- und Soulsängerin Oum Zarabi mit zum Festival. Begleitet wird sie von Bass, Oud, Trompete und Percussion. Musikalisch konzentriert sich die Marokkanerin auf ihre Wurzeln, wie die maghrebinische Gnawa-Tradition mit ihren hypnotischen, tranceartigen Rhythmen oder auf die Hassani- Tradition des Grenzgebietes zwischen Marokko und Mauretanien. Dabei bleibt sie ihrem modernen Fusion-Ansatz aus Jazz, spanischer sowie marokkanischer Musikkultur treu. Sie spielt ein Doppelkonzert am 28. April in der Oper zusammen mit der Koreanerin Younee. Diese ist eine virtuose Pianistin, Sängerin und Songschreiberin, die einen spannenden Crossover-Mix aus Klassik, Jazz, Pop und Rock spielt. Ihr gelingt es, die verschiedenen Genres auf höchst gefühlvolle Art und Weise miteinander zu verbinden und mit ihrem pianistischen Können sowie ihrer beeindruckenden Stimme eine eigene Klangwelt zu kreieren.

Jazz aus Amerika und Afrika

Bei einem dritten Konzert trifft Afrika auf Amerika. Die mosambikanische Sängerin Isabella Novela, gleichzeitig Artist in Residence, bringt mit ihrer Musik aus Soul, Afro-Pop, Jazz und weltmusikalischen Einflüssen Afrikas ihre Zuhörer zum Träumen, Fühlen und Tanzen. Ihre Texte sind auf Portugiesisch, Englisch sowie den mosambikanischen Sprachen Chopi und Shangana. Über ihren wunderschönen, differenzierten Gesang gelingt es ihr mühelos, die verschiedensten Emotionen zu transportieren: Mal dunkel und soulig, dann verspielt und kokett, verführerisch, schwermütig und lieblich. Mit ihr teilt sich die Bühne der Oper am 29. April Meshell Ndegeocello. Mit ihr kommt ein Weltstar nach Halle. Die Bassistin und Sängerin macht Musik zwischen Funk, Soul, Hip Hop und Jazz mit Einfl üssen aus Reggae und Rock. Sie hat mittlerweile elf Alben veröffentlicht, wurde für zehn Grammys nominiert und arbeitete mit Musikgrößen wie Geri Allen, Joshua Redman, Chaka Khan, Carlos Santana, Prince, Marcus Miller, Herbie Hancock, Lisa Coleman und Cassandra Wilson zusammen.

Jazzgottesdienst am 23.4. um 10 Uhr in der Pauluskirche

African Spirit im Gottesdienst Am Vormittag des 23. April wird es erstmals in der Geschichte des Festivals einen Jazzgottesdienst geben. Die musikalische Umrahmung übernimmt der Projektchor der Pauluskirche Halle gemeinsam mit der mosambikanischen Sängerin Isabell Novella und weiteren Gästen. Das verspricht authentischen „African Spirit“ – ein echtes Festival- Highlight. Der Eintritt ist frei.

SWH Saalejazz am 23.4. ab 14 Uhr auf der Peißnitzbühne Halle

Das 3. SWH Saalejazz lockt am Sonntag wieder mit einem großartigen Programm auf die Peißnitz. Während in den letzten Jahren vor allem lokale Acts die Besucher beglückten, gibt es dieses Mal ein multinationales Line-up. Mit dabei sind unter anderen die Gruppe Africappella und die ebenfalls aus Südafrika stammende Titi Luzipo, Hotel Bossa Nova mit der indisch-portugiesischen Sängerin Liza da Cos-ta sowie die Inkspot Swing Band feat. Domenica Richter. Höhepunkt der Veranstaltung ist das Konzert der Uni Big Band gemeinsam mit der mosambikanischen Sängerin Isabel Novella. Natürlich ist auch für das leibliche Wohl gesorgt, der Eintritt ist wie in den letzten Jahren frei.