160.000 km über fünf Kontinente und drei Ozeane

Die Trikeflieger Andreas Zmuda und Doreen Kröber in ihrem Element. (Foto: promo)

160.000 Kilometer, fünf Kontinente, 80 Länder, drei Ozeane und 1.000 Starts. Das klingt nach sehr viel Spaß, Adrenalin und Abenteuer. Aber genau darauf haben es Andreas Zmuda und Doreen Kröber anscheinend abgesehen, denn sie fliegen seit einem Jahr mit ihrem Motorrad um die Welt. Nach dem ersten Jahr, dem ersten Weltrekord und den ersten 12.000 km haben sie ihre Eindrücke in eine Multimedia-Show gepackt und luden alle ein, sie auf ihrer bisherigen Reise noch einmal zu begleiten. Kulturfalter traf die beiden.

Kulturfalter: Wann seid ihr losgeflogen und wie lange dauerten die Vorbereitungen?

Doreen Kröber: Losgeflogen sind wir an Andreas 50. Geburtstag am 21. Juli 2012. Unser Startort war dabei Zephyrhills in Florida/USA.
Andreas Zmuda: Aufgebrochen sind wir allerdings schon sechs Wochen vorher, da unser Trike geliefert und zusammengebaut werden musste. Außerdem mussten wir das Nummernschild noch organisieren.

Ein Trike, ein fliegendes Motorrad, wie muss man sich das vorstellen?

Andreas: Wie ein Motorrad eben, nur dass es hinten zwei Räder hat. Theoretisch könnte man damit auch fahren, denn das Segel lässt sich einklappen, ist aber nicht erlaubt. (lacht) Hinten ist ein großer, 100 PS starker Motor, welcher uns antreibt.

Und wie weit fliegt man da an einem Tag?

Andreas: Wir sind mit ungefähr 100 Kilometer pro Stunde unterwegs und schaffen zwischen 200 und 400 Kilometer am Tag.

Ist es sehr laut da oben?

Doreen: Naja, wir haben Kopfhörer auf, aber das Summen des Motors hören wir trotzdem. Ist meistens ganz beruhigend. (lacht)

Was war euer schlimmster und was der schönster Moment auf der Reise?

Andreas: Nach der ersten Woche sind wir in einen Sturm geraten und mussten unplanmäßig landen, das hat unseren ganzen Zeitplan durcheinander geworfen. Das schlimmste jedoch war, dass sich der Rahmen verzogen hatte und wir daher erstmal nicht weiterfliegen konnten.
Doreen: Wir mussten dann zwei Monate warten, ehe der Hersteller einen neuen Rahmen liefern konnte, das war so kurz nach Beginn der Reise eine ganz schöne Nervenprobe.

Und der schönste Moment?

Doreen: Also da gibt es viele Momente, aber besonders schön war der Flug über das Monument Valley, welches dann im Abendlicht richtig geleuchtet hat, aber auch der Blick auf die Skyline von Panama.
Andreas: Bei mir als Pilot ist es immer der Moment, wenn wir auf dem Rollfeld sind und ich wieder Gas geben kann, wenn es endlich wieder weiter geht. Dieses Gefühl wieder Vollgas geben zu können, weil alles geklappt hat und die Planung funktionierte.
Doreen: Aber auch der Moment, als der neue Rahmen geliefert wurde und wir wussten: Jetzt geht’s doch noch weiter.

Was würdet ihr als die größte Entbehrung unterwegs bezeichnen?

Doreen: Entbehrung ist das falsche Wort, wir sind mit weniger eher glücklich. Wir lernen so viele neue Orte und so viele neue Menschen kennen, da denkt man gar nicht daran, was einem fehlt.
Andreas: Vollkornbrot und Salami. (lacht)

An welchen Ort würdet ihr gerne noch einmal zurückkehren?

Doreen: Das ist schwer zu sagen! Wir haben beide gemerkt, dass wir an keinem Ort unterwegs so wirklich sesshaft geworden sind, deshalb würde ich sagen, wir entdecken erst einmal weiter.

Für eure Show hattet ihr eine ganze Reihe von Bildern gemacht. Wie trifft man bei so vielen Bildern eine Auswahl und unter welchem Fokus entstehen die Bilder?

Andreas: Wir wollen eine Geschichte erzählen und den Zuschauern den Eindruck geben, mitzufliegen. Natürlich kann die Landschaft auch von unten entdeckt werden, aber es ist noch einmal etwas ganz anderes, das alles von oben zu sehen.
Doreen: Zum Beispiel diese riesigen Kornfelder in den USA. Wenn man da mit dem Auto fährt, sieht man stundenlang nur Mais und Weizen, von oben sieht das Ganze aber richtig spannend aus.

Was nehmt ihr, außer den vielen Bildern, noch an Erfahrung mit?

Andreas: Das sind zwei Dinge. Zum einen haben wir gesehen, dass es als Paar möglich ist, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche zusammen zu sein. Das geht, auch wenn es mal richtig rumpelt. Bei normalen Paaren ist das wahrscheinlich nicht der Fall. Das zweite ist die unsagbare Herzlichkeit, die uns die Leute unterwegs entgegen bringen. Das ist wirklich der Wahnsinn, wie gastfreundlich die zu wildfremden Menschen sind.

Habt ihr denn schon einen der angestrebten Weltrekorde gebrochen?

Doreen: Nein, aber bald…
Andreas: Doch warte mal… wir sind das Pärchen, das am längsten über den amerikanischen Kontinent geflogen ist.
Doreen: Haben wir den jetzt etwa vergessen? (lacht)

Wie, wann und wo geht es jetzt weiter?

Doreen: Wir fliegen weiter und zwar von Lima nach Chiclayo, das liegt beides in Peru. Dann fliegen wir die Küste entlang nach Süden bis nach Chile.
Andreas: Eigentlich hatten wir ja geplant, drei Jahre unterwegs zu sein, aber jetzt werden es wohl doch vier werden.

Andreas und Doreen, vielen Dank für das Gespräch.

 

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