Der Trend geht zur Zweitlampe

Rumpelstil ist seit 1998 auf der Bühne zu Hause (Foto: Pr)

Rumpelstil ist eine Berliner Band, die ausschließlich eigene Songs spielt und eigene Theaterstücke auf die Bühne bringt. Mit ihren Taschenlampenkonzerten sind sie bundesweit bekannt geworden und werden beim Laternenfest auftreten. Kulturfalter und der MDR sprachen mit Jörn Brumme, dem Sänger der Band.

Kulturfalter: Wie sind Sie auf die Idee eines „Taschenlampenkonzertes“ gekommen?

Jörn Brumme: Die Idee kam mir bei der Besichtigung einer Freilichtbühne in Berlin. In der idyllischen Freilichtbühne Weißensee. Es war ein wohliger Maiabend und auf einmal war sie da – die Idee, das Bild von Tausenden leuchtenden Taschenlampe. Dann haben Blanche, Peter, Max und einige beherzte Veranstalter die Idee mit viel Arbeit und romantischer Energie verwirklicht. Besonders wagemutig war die DEAG, die uns dann in die Berliner Waldbühne geholt hat. 2009 hatten wir 17.000 Gäste und in diesem Jahr werden es ganz bestimmt einige mehr werden. Denn der Trend geht zur Zweitlampe.

Wo gab es das erste Taschenlampenkonzert?

1998 in Berlin in der Freilichtbühne Weißensee.

Haben Sie als Kind gern mit einer Taschenlampe gespielt?

Oh ja. Ich habe unheimlich viel und äußerst heimlich im Taschenlampenlicht unter der Bettdecke gelesen. Als Kind war ich also mehr ein Träumer. Taschenlampen sind aber nicht nur bei Träumern beliebt, sondern auch bei Abenteurern, die Taschenlampenexkursionen in den Hauskeller wagen und bei den Bastlern, die ihre Taschenlampen jedes Jahr sieben Mal auseinandernehmen und wieder zusammenbauen.

Ihre Konzerte sind für die ganze Familie. Sind diese leiser als „normale“ Rockkonzerte, da Kinderohren ja empfindlicher sind?

Da fallen mir gleich die Kinder ein, die sich quietschvergnügt lautschreiend ihre Ohren zuhalten. Die Kinder sind manchmal lauter als das Schlagzeug. Wir versuchen aber immer unsere PA „zu fliegen“, um einen optimalen Sound für unsere leisen Lieder und für unsere lauten Rocknummern hinzubekommen.

In Berlin haben Ihre Konzerte eine lange Tradition – lassen Sie sich jedes Jahr oder zu jedem Konzert eine neue Taschenlampenchoreografie einfallen?

Ja, das versuchen wir. In diesem Jahr wird es auch einen Taschenlampen-Swing-Tanz geben.

Wie viele Taschenlampen haben Sie?

Auf der Bühne hat jeder Musiker eine Taschenlampe. Unsere Blanche Miss Elliz hat allerdings neben ihrer handlichen Musikertaschenlampe noch ein riesiges Lampenteil. Dieses knallgelbe Monstrum haben wir mal in Augsburg auf einem Konzert geschenkt bekommen.

Werden Sie manchmal auf der Bühne von den Lichtern der vielen Taschenlampen geblendet?

Wenn das große Leuchten zum Lied „Tausend kleine Taschenlampen“ vorbei ist und die rockigen Songs die Nacht begrüßen, nehmen einen die wagemutigen Kinder aus der ersten Reihe immer mal wieder gerne aufs Korn.

Denken Sie beim Songschreiben manchmal auch daran, wie das Lied im Taschenlampenlicht wirkt?

Eigentlich nicht. Es gibt zwei Taschenlampenlieder bei uns. Und obwohl ja eins der Lieder sogar „Tausend kleine Taschenlampen“ heißt, gab doch mehr die einzelne, suchende, umherirrende Lampe die Inspiration.

Was ist das Besondere für Rumpelstil am ersten MDR-Taschenlampenkonzert?

Zum ersten Mal bekennt sich ein Sender auf diese Art und Weise zu dieser Konzertreihe. Also der WDR hat schon das Kölner Taschenlampenkonzert, H3 das Frankfurter und BR das Münchner Taschenlampenkonzert mitgeschnitten und auch übertragen, aber zum ersten Mal erscheint der Sendername im Titel – diese Ehre gebührt dem MDR.

Herr Brumme, vielen Dank für das Gespräch!
(Martin Große, Kulturfalter und Kai Lehmann, MDR Juli/August 2011)

 

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