Nutrias sind witzige Tierchen

Jamaram kommt vom Jammen. Die Münchner Band kommt gern und oft nach Halle. (Foto: pr)

Der Reggae & Rock & Roll Zirkus Jamaram war wieder on Tour und machte am 15. November 2012 im Objekt 5 Halt. Zum bereits fünften Mal berauschten und betäubten sie das hallesche Publikum mit ihrem Sound-Cocktail. Unsere Redakteurin Maren Schubart war mittendrin und fand vor der Show Zeit für ein Interview mit Lionel Wharton (Keyboards) und Sam I Am (Guitars, Vocals).

Kulturfalter: Hallo ihr zwei. Wo kommt ihr her? Wo wart ihr gestern?

Lionel Wharton: Gestern haben wir in Prag gespielt, bei einem Festival.

Ihr seid acht Leute, kommt man sich da nicht manchmal in die Haare?

Lionel Wharton: Ja, auf jeden Fall, die meiste Zeit des Jahres verbringen wir mit der Band, da kommt es durchaus zu Diskussionen und Nervereien.

Sam I am: Aber wir haben einen guten Weg gefunden damit umzugehen. Dieser Weg nennt sich „Do the twenty“. Wenn man von dem andern genervt ist, dann kann man ihn Liegestütze machen lassen. Man geht sich somit aus dem Weg und bleibt auch noch fit dabei, denn am Tag kommt man schon auf ca. 60 bis 80 Liegestütze. Und Fitness ist beim Touren das A und O.

Ihr engagiert euch in verschiedenen Hilfsprojekten, z.B. „Go ahead“, wie genau sieht eure Arbeit, eure Hilfe aus?

Lionel Wharton: Bei jedem Konzert geben wir gegen Ende Spendenboxen durchs Publikum, da kommen dann schon mal so 80 Euro zusammen, und da wir ja mindestens 100 Gigs pro Jahr spielen ist das eine sehr beachtliche Summe. Wir haben mittlerweile schon eine Vorschule in Uganda bauen können und können durch die Spenden sowohl das Schulgeld für die Kinder als auch das Essen finanzieren.

Das neue Album „la famille“ hebt sich schon namentlich von den anderen ab. Seid ihr auch musikalisch neue Wege gegangen?

Sam I am: Der Jamaram Sound ist immer noch der Gleiche. Teilweise gibt es weniger Offbeats, aber ich denke, dass das auch wichtig ist, man muss sich entwickeln. Beim siebten Album kannst du dich nicht anhören wie beim ersten, das würde alle nur langweilen.

Und was bedeutet der Titel für euch? Ist das Französische sowohl im Titel als auch in der ersten Single nur Zufall?

Lionel Wharton: Ja, das Französisch ist Zufall, wir hatten Lust auch mal auf einer anderen Sprache zu singen und Französisch ist einfach sehr klangvoll, also habe ich meine letzten Brocken aus der Schule hervorgekramt und rausgekommen ist „la famille“.

Sam I am: Unsere Band und alle die dazugehören, Techniker, Management und so weiter, das ist wie eine riesengroße Familie, wie schon gesagt, mit niemand anderem verbringen wir so viel Zeit, da passt der Titel einfach perfekt und beschreibt unseren kleinen Kosmos sehr treffend.

Und wie sieht das bei Halle aus? Ihr wart vor eineinhalb Jahre schon mal hier, hattet ihr damals oder auch heute die Chance euch die Stadt mal anzuschauen?

Sam I am: Das ist heute sogar schon das fünfte Mal, dass wir in Halle spielen und mittlerweile kennen wir den Weg von hier bis zum Hotel schon sehr, sehr gut. Beim letzten Mal hatten wir die Zeit uns auch die Stadt ein wenig anzugucken und ich kann mich an diese kleinen Tiere erinnern, die aussehen wie Biber, aber es sind keine, oder so, wie hießen die noch mal?

Nutrias.

Sam I am: Ja genau, Nutrias. Witzige Tiere. Also ein wenig habe ich schon gesehen und das was ich gesehen habe, hat mir sehr gut gefallen. Die Stadt ist schön und die Leute wirken unglaublich entspannt und nett. Und ich glaube, dass Tom es heute auch geschafft hat, sich mal in die Straßenbahn zu setzen und einfach durch die Gegend zu fahren. (Anm. d. R.: Tom schwärmte während des Konzerts regelrecht von Halle)

Wie kommt es überhaupt, dass ihr hier spielt? Kennt ihr die Stadt? Verbindet ihr etwas mit Halle?

Lionel Wharton: Naja, wie gesagt, wir spielen hier schon das fünfte Mal, da verbindet man schon ein wenig was mit der Stadt, ja. Hier im Objekt spielen wir äußerst gern, eine tolle Location und das Publikum fetzt auch.

Und wo geht’s morgen hin?

Sam I am: Morgen, ja morgen da geht’s nach....

Lionel Wharton: Morgen spielen wir glaube ich in Bremen.

Sam I am: Ja, genau, Bremen.

Sam, Lionel, vielen Dank für das Gespräch.

Lionel Wharton: Wir danken und wünschen uns allen eine schöne Show!

 

Weitere Infos zu Jamaram im Internet

Nutrias sind ziemlich witzige Tierchen

  • Jamaram kommen gern und öfters nach Halle. (Foto: Objekt 5)
  • Die Band unterstützt auch soziale Projekte. (Foto Objekt 5)
  • Beliebt sind sie bei den Fans vor allen Dingen für ihre wilden Partys. (Foto: Objekt 5)
  • Jamaram kommt übrigens von Jammen. (Foto: Objekt 5)
  • Wer tanzen will, ist bei der Münchner Band auf jeden Fall richtig. (Foto: Objekt 5)