Viel Glück für die Bewerbung

Margaret Franz ist Werkleiterin von JenaKultur (Foto: Stadt Jena)

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft nominierte die Städte Halle, Lübeck und Regensburg für das Finale des Wettbewerbs "Stadt der Wissenschaft 2012". Die Entscheidung über den Titelträger fielt am 29. März. Doch was bedeutet der Titel „Stadt der Wissenschaft" eigentlich? Welche Vorteile bringt er einer Stadt? Kulturfalterredakteur Martin Große sprach mit Frau Dr. Margret Franz, der Werkleiterin von JenaKultur, einem städtischen Eigenbetrieb für Kultur Tourismus und Marketing der Stadt Jena. Die Stadt war 2008 „Stadt der Wissenschaft“. Frau Dr. Franz war in ihrer Funktion als Werkleiterin eine der Hauptverantwortlichen der Stadt Jena im Wissenschaftsjahr.

Kulturfalter: Was war genau Ihre Funktion für und während des Jahres 2008, in dem Jena den Titel „Stadt der Wissenschaften“ innehatte?

Dr. Margret Franz: Als Eigenbetrieb der Stadt verfügen wir schon seit langem über ein großes Know-how bei der Durchführung von großen Veranstaltungen im Kulturbereich, und dieses haben wir in die Bewerbung mit eingebracht. Mit unseren Partnern gründeten wir 2006 die „Allianz für Wissen & Wachsen“. In dieser Allianz bündelten wir die Kräfte aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur in Jena. Die Partner waren die Hochschulen der Stadt, Unternehmen wie Zeiss und Schott, das Uniklinikum und viele viele andere. Unter dem Motto „Wissen & Wachsen. Made in Jena“ gestalteten wir ein Konzept und holten den Titel „Stadt der Wissenschaft“ nach Jena. 

Was bringt der Titel „Stadt der Wissenschaften“ einer Stadt?

Der Titel führt die unterschiedlichsten Partner zusammen und es entstand, zumindest hier in Jena, ein Netzwerk aus den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Stadt und Kultur. Dieses existiert heute noch und ist wichtiger Bestandteil der Stadt. Hinzu kommt natürlich die überregionale Medienresonanz.

Was waren Ihre wichtigsten Ziele, die Sie in diesem Jahr verfolgten?

Das Wichtigste für uns war die Wissenschaft, in das Zentrum der Stadt zu rücken und dass sich die Jenaer dafür interessieren. Außerdem wollten wir, dass sich zukünftige Studenten und Fachkräfte für Jena interessieren. Wir wollten zeigen, dass Jena eine innovative Stadt ist. Gerade bei den Studierenden ist uns das gelungen. Die Akzeptanz von Jena als Studienort ist nach dem Jahr merklich gestiegen.

Wie haben Sie die Bevölkerung der Stadt für das Thema gewinnen können?

Das ist vor allem mit vielen Veranstaltungen gelungen. Außerdem wollten wir Wissenschaft erlebbar gestalten und zeigen, dass es nicht dröge sondern spannend ist, die Labore zu öffnen. Bei Veranstaltungen, wie „Jena leuchtet“ (die Eröffnungsveranstaltung), der „Langen Nacht der Wissenschaft“, der Festwoche oder der Illumination zur Abschlussveranstaltung „Prometheus – Licht und Feuer“ hatten wir den größten Zuspruch durch die Bevölkerung. Aber es gab auch viele kleine Veranstaltungen sowie zahlreiche internationale Kongresse und Tagungen in diesem Jahr. Insgesamt hatten wir zirka 300 Veranstaltungen.

Gibt es etwas, was der Stadt aus dem Jahr geblieben ist – Projekte mit nachhaltiger Wirkung?

Das gibt es. Einige Veranstaltungsformate wie das „Jenaer Gesprächsforum“, hatten viel Zuspruch, so dass es diese immer noch gibt. Ein anderes Beispiel ist der Stadtspeicher. Das ist ein mittelalterliches Gebäude in der Innenstadt, das  mit einer imposanten vorgeblendeten modernen Glasfassade des Architekten Ruairí O’Brien versehen ist. Die Glasfassade ist voller Hologrammeffekte. Der Speicher ist ein Informations- und Kommunikationsportal zu Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Wissenschaftsstadt. Hier findet man die Jena Tourist-Information und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Jena und vieles mehr. Auch das Namenssponsoring für unsere Basketballmannschaft ist geblieben sowie einige Kampagnen, die im Rahmen der Wissenschaftsstadt entstanden. Es gab damals einen großen Strauß an Projekten, von denen natürlich nicht alle weitergeführt wurden, aber einige.

Frau Franz, vielen Dank für das Interview.

Danke, und viel Glück für die Bewerbung.

(Martin Große, Kulturfalter März 2011)

 

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