Wir werden gewinnen

Anna Loos ist die neue Frontfrau von der Band Silly (Foto: Olaf Heine)

Am 1. Oktober 2010 war es mal wieder spannend. Stefan Raab rief zu seinem Bundesvision Song Contest nach Berlin. Nach dem blamablen letzten Platz 2009 konnten die Sachsen-Anhalter aber wieder hoffen. Denn für unser Land trat Silly an, da Uwe Hassbecker und Ritchie Baton aus Sachsen-Anhalt kommen. Nach dem kometenhaften Comeback der Band im Jahr 2010 standen die Chancen also gar nicht schlecht. Kulturfalterredakteur Martin Große sprach mit Sängerin Anna Loos.

Kulturfalter: Wie kam es dazu, dass ihr beim Bundesvision Song Contest spielt?

Anna Loos: Wir wurden von Stefan Raab angefragt, ob wir für Sachsen-Anhalt antreten wollen. Da Uwe Hassbecker und Ritchie Barton aus Sachsen-Anhalt kommen, war es eine klare Sache. Da Stefan Raab ein gutes Händchen bei den Sachen hat, die er anfasst, und vieles für deutschsprachige Musik leistet, wollten wir unbedingt dabei sein.

Einige Bands, wie „Ich und Ich“ oder „Unheilig“, sind keine Newcomer mehr und noch bekannter werden geht eigentlich kaum. Auf euch trifft ähnliches zu…

Unsere neue Platte „Alles Rot“ verkaufte sich im Osten und im Westen gleichermaßen. Aber bei den Konzerten ist es doch so, dass der Kartenverkauf im Westen langsamer läuft, ganz einfach weil uns die Leute dort nicht so kennen. Wir wollen durch den Contest dort noch bekannter werden. Außerdem haben wir so etwas noch nie gemacht – es ist ja schon ein sportlicher Contest und ein Riesengaudi. Ich freue mich darauf, die anderen Musiker zu treffen. Die trifft man ja sonst nur zwischendurch auf einem Festival in der Garderobe. Es wird schön sein, auf dem Buvisoco all die anderen zu treffen und zu hören, was die alle so machen.

Mit euch tritt zum ersten Mal ein Schwergewicht für Sachsen-Anhalt an, wie schätzt ihr eure Chance ein?

Ich sage immer: Wir gewinnen! (lacht) Aber es geht nicht nur ums Gewinnen. Wir haben unsere zweite Single „Alles rot“ am Start. Wir freuen uns, dass viele Menschen so einmal unsere Musik hören. Es muss nicht der erste Platz sein, aber wir haben eine starke Fanbasis. Bei einem Konzert in Magdeburg, das sieht man im Trailer zur Single, haben wir mit den Fans gesungen und das war gigantisch. Wir präsentieren uns so, wie wir sind. Wir haben den besten Support aus Sachsen-Anhalt, aber auch viele Fans in Berlin und ich hoffe auch, dass einige Fans aus meiner Brandenburger Heimat für uns anrufen.

Wer ist eure größte Konkurrenz?

Ich & Ich und Unheilig sind schon die großen Favoriten. Uns sehe ich eher nicht in der Favoritenrolle, da uns weniger Leute kennen. Aber es gibt auch viele Außenseiter. Die Band „Das Gezeichnete Ich“ aus Brandenburg habe ich mir angehört und das fand ich ziemlich gut. Es ist auf jeden Fall spannend und nur schwer vorherzusagen.

Habt ihr Angst vor Misserfolg oder dem Favoritentod?

Nein, das haben wir nicht. Diese Sorgen können sich die anderen machen. Wir sind ganz entspannt. Da darf man sich nicht verrückt machen.

Letztes Jahr verließ Sachsen-Anhalt als Verlierer die Bühne. Welcher Platz wäre ein Erfolg?

Ich hoffe nicht, dass wir letzter werden. Aber ich sage mir immer: „Zeit zum Angst haben hast du genug, wenn es dunkel ist und du unter der Erde liegst.“ Aber was kann schon passieren? Wir haben Lust darauf. Wir haben uns den Stand, den wir jetzt haben, hart erkämpft, wollen dies genießen und haben noch viel auf unserer Agenda stehen.

Was zum Beispiel?

Erster beim Bundesvision Song Contest zu werden. (lacht) Auch steht der zweite Teil der Tour an und wir wollen Karten verkaufen und zeigen, was wir für eine geile Liveband sind. Seid ihr vor dem Contest noch einmal in Sachsen-Anhalt zu sehen? Ich glaube, wir spielen noch einmal in Magdeburg, aber ich weiß es nicht genau.

Was macht ihr, wenn ihr den Pott nach Sachsen-Anhalt holt?

Wir werden uns hemmungslos mit Rotkäppchen Sekt betrinken. (lacht) Wir werden es auf jeden Fall gebührend feiern. Vielleicht machen wir eine Party mit unserem Fanclub.

Frau Loos, vielen Dank für das Interview!
 
(Martin Große, Kulturfalter September 2010)