Werkleitz Festival 2016: Festivalkünstler Hampus Lindwall probt an der Sauer-Orgel

Unter dem Titel Trans-Positionen wird das Werkleitz Festival 2016 in Korrespondenz zu Radio Revolten vom 1. bis 30. Oktober in Halle (Saale) medienübergreifend auf das Radio als Träger von Hör-Kunst eingehen. Durch eine transdisziplinäre Hinterfragung von Kulturpraktiken werden in Kooperation mit Wissenschaftlern und Künstlern die jenseitigen Potenziale der Rundfunkübertragung ausgelotet.

 

Kurator Martin Hartung hat den schwedischen Organisten Hampus Lindwall und den in Stockholm ansässigen Künstler Leif Elggren zu einer audiovisuellen Performance eingeladen, die am 8. Oktober einmalig in der Halleschen Moritzkirche aufgeführt wird. Hier werden Lindwall und Elggren das Audioscopic Research Archive Friedrich Jürgensons, eine Leihgabe aus dem ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe, aktivieren. Die archivarische Sammlung, die Tonbänder und Dokumente zur Kontaktaufnahme mit Verstorbenen über Radio-Trägerwellen zusammenführt, wird während der gesamten Laufzeit von Radio Revolten im Foyer der Kulturstiftung des Bundes ausgestellt sein.

Derzeit befinden sich Elggren und Lindwall in Halle, um während des Arbeitsaufenthaltes ihre Performance eigens für das diesjährige Werkleitz Festival zu entwickeln. In Reaktion auf das Electronic Voice Phenomenon (EVP) werden Lindwall und Elggren den Versuch unternehmen, die Komponisten Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel, die sich zu Lebzeiten nie persönlich getroffen haben, in Dialog treten zu lassen. Die 1925 erbaute und vollständig restaurierte Sauer-Orgel der Halleschen Moritzkirche wird währenddessen als Medium dienen.

Der Berliner Filmkurator Florian Wüst entwickelt für das Werkleitz Festival 2016 ein zweitägigesthematisches Programm im Umfang einer vierteiligen, internationalen Filmreihe. Innerhalb des Filmprogramms wird im Kino Zazie das Verhältnis von Ton und elektronischem Bild untersucht.