Große Pläne in Sachsen Anhalt

Das Ausstellungsprojekt „Große Pläne! Die Angewandte Moderne in Sachsen-Anhalt 1919 –1933“ zeigt, dass damals das Bauhaus in Dessau in Sachsen-Anhalt nicht solitär stand, sondern im Verbund mit vielen weiteren Utopien und Menschen. Mit dem umfassenden, auf ganz Sachsen-Anhalt angelegten Ausstellungsprojekt bereiten sich die Stiftung Bauhaus Dessau und das Land Sachsen-Anhalt auf das 100-jährige Jubiläum des Bauhauses im Jahr 2019 vor.

Moderne Wohnsiedlungen, reformierte Schulen, Aufsehen erregendes Produktdesign, technische Rekorde und künstlerische Kraft – trotz aller politischen und wirtschaftlichen Instabilität nach dem Ersten Weltkrieg waren die Jahre von 1919 bis 1933 in Sachsen-Anhalt von einer enormen Aufbruchsstimmung geprägt, Geschwindigkeit, Beschleunigung, Bewegung: Mit einer sehr eigenen Dynamik wurde das Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt in den 1920er Jahren in die politische, kulturelle und künstlerische Moderne katapultiert. Die mit der Kriegswirtschaft rasant gewachsene mitteldeutsche Industrieregion sollte – so der Wille vieler Aktivisten und Reformer – zu einem der modernsten Lebens- und Arbeitsorte werden. Diese Aufbruchsstimmung teilten Künstler, Gestalter, Architekten, Techniker, Unternehmer und Politiker.

Auch wenn sich bald herausstellen sollte, dass die großen Pläne der Politik und Wirtschaft nicht unbedingt mit den Ideen der Kulturreformer harmonisieren: Die junge Demokratie und das Maschinenzeitalter motivierten die verschiedensten modernen Typen, Fantasten und Erfinder, die Zukunft der Gesellschaft ganz neu zu denken, neue Lebenswelten zu entwerfen und auch die Pädagogik radikal zu erneuern. Es galt, die neuen politischen Freiheiten, gestützt auf den technischen Fortschritt und die Wirtschaftskraft der Region, planmäßig und großartig für den Aufbau eines kommenden Zeitalters einer menschlichen, sozial gerechten und glücklichen Industriegesellschaft maximal zu nutzen. Ob in Dessau, Magdeburg, Halle, Merseburg, Leuna, Elbingerode oder Quedlinburg – überall entstanden kleinere und größere Projekte mit ideellen Plänen für den „Neuen Menschen“, das „Neue Bauen“ oder eine „Neue Erziehung“.

Das Ausstellungsprojekt „Große Pläne! Die Angewandte Moderne in Sachsen-Anhalt 1919 –1933“ zeigt, dass damals das Bauhaus in Dessau in Sachsen-Anhalt nicht solitär stand, sondern im Verbund mit vielen weiteren Utopien und Menschen. Mit dem umfassenden, auf ganz Sachsen-Anhalt angelegten Ausstellungsprojekt bereiten sich die Stiftung Bauhaus Dessau und das Land Sachsen-Anhalt auf das 100-jährige Jubiläum des Bauhauses im Jahr 2019 vor. Die Verbundpartner haben ihre Ausstellungen jeder für sich in einem engen, kontinuierlichen Dialog mit dem Team der Stiftung Bauhaus Dessau kuratiert. Claudia Perren, Direktorin der Stiftung Bauhaus Dessau, sieht eine neue Qualität der Zusammenarbeit in der Region: „Unsere Idee, die „Großen Pläne“ als Verbundprojekt anzulegen, hat sofort alle überzeugt. Es ist eine sehr offene, konstruktive und gute Zusammenarbeit zwischen allen entstanden. Alle gemeinsam erzählen wir die Geschichte der Moderne in diesen ambivalenten 1920er Jahren, in denen in dieser Region alles möglich zu sein schien.“ Insgesamt erwarten die Besucher 14 Ausstellungen in 5 Städten über ganz Sachsen-Anhalt verteilt. Über das gesamte Jahr 2016 kommen neue Ausstellungen an weiteren Orten hinzu.

Termine: März 2016 bis Januar 2017 www.grosse-plaene.de