Kulturfalter Halle (Saale)

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FEBRUAR 2010

Festivalhighlights - ein kleiner Ausblick

Das Jahr 2010 wird vielleicht etwas ruhiger als das letzte Jahr. Es gibt keine Bundestagswahl, kein Händeljahr und hoffentlich auch keine Weltwirtschaftskrise mehr. Stattdessen ist wohl ein wenig Besinnung angesagt und das Zusammenkehren der Scherben des letzten Jahres. Aber dennoch hält das Jahr einige Festivalhöhepunkte bereit, die man in aller Sinnlichkeit genießen kann. Wir geben in dieser und in der nächsten Ausgabe einen kleinen Ausblick und beginnen in dieser Ausgabe mit Events im klassischen Bereich und im März folgen die großen Festivals in Ferropolis und Co.

SPUTNIK SPRINGBREAK VOM 21.-23.5. IN POUCH

@universal music

Der Frühling wird international

Es ist das erste große Festival im Jahr und deswegen auch mit das einzige, bei dem das Line-Up im Februar schon feststand. Und es hat nicht nur einen Kracher parat. Buchten die Sputniker in den letzten Jahren eher regionale und nationale Acts, so wird das Festival in diesem Jahr international, und man stellt den Fuß in die Tür des Raumes in dem die großen Festivals spielen. Rund 50 Musiker und DJs werden sich die Ehre geben. Angeführt wird das Defilee der großen Namen von The Prodigy (Foto), die als Quasi-Erfinder der elektronischen Rockmusik gelten. Mit ihrem aktuellen Album "Invaders Must Die" ist ihnen das fast unmögliche gelungen: The Prodigy haben nahtlos an ihre alten Erfolge anknüpfen können und auch auf ihrer anschließenden Tournee weltweit alle Rekorde gebrochen. Und so haben sie beschlossen nochmal nachzulegen und ihre Rave-Energie zu verbreiten. 

Musikalisch aus einer völlig anderen Ecke kommen die erfolgreichen Indie-Rocker Editors. Die Briten sind nunmehr mit ihrem dritten Album „In This Light And On This Evening“ unterwegs und bilden einen interessanten Kontrapunkt zu den knalligen und umfangreich vertretenen Acts aus dem elektronischen Lager. Thomas D hat bereits im vergangenen Jahr das Festival besucht und bringt nun seine drei Kollegen mit nach Pouch. Aus der Elektronik-Abteilung kann man sich unter anderem auf The Koletzkis im Kollektiv und Oliver Koletzki solo freuen, der seinen Fans mit „U-Bahn“ einen der schönsten ohrwurmigen Tracks des vergangenen Jahres geschenkt hat.

www.sputnik.de/springbreak

MESSIAH / 20.2. HÄNDELHALLE UM 19.30 UHR

Messiah

Happy Birthday zum 325. Geburtstag

Georg Friedrich Händel wurde am 23. Februar 1685 in Halle an der Saale geboren. Von hier führte sein Weg über Stationen in Deutschland und Italien nach England, wo er seinen Weltruf erlangte. Der „Messiah” gilt als die Krönung seines Schaffens. So beliebt ist das Werk, dass sich Sänger weltweit- immer wieder zu großen „Messiah-Chören” zusammenschließen, um es gemeinsam mit großer Freude zu singen und das natürlich auch in Halle. Die Sängerinnen und Sänger kommen aus Halle, Mitteldeutschland und sprichwörtlich vom Bodensee bis Sylt und vom Rhein und der Spree. Sie kommen extra nach Halle angereist aus Europa, Japan und Amerika. Gemeinsam bilden sie einen Chor mit 450 Stimmen und sind vereint in ihrer Freude an Händels weltberühmten Oratorium „Messiah”. Auf diese Weise feiern Sänger aus nah und fern „Happy Birthday Händel“ in der Geburtsstadt des großen Hallensers und Weltbürgers. Der Chor wird seit 2003 von dem irischen Dirigenten Proinnsías Ó Duinn geleitet, welcher mit seiner temporeichen und expressiven Interpretation immer wieder Sänger wie Publikum begeistert. Die Staatskapelle Halle und erstklassige Solisten aus Deutschland und Europa komplettieren den großen Klangkörper in der Georg-Friedrich-Händel-Halle. Händels „Messiah” begeistert auch heute noch weltweit. Erleben kann man dieses wunderschöne Werk der Musikgeschichte in wundervoller Atmosphäre während dieser einmaligen musikalischen Geburtstagsfeier und dargeboten von begeisterten Sängern aus Halle und Gästen aus aller Welt.

-> weitere Infos gibt es hier  www.happy-birthday-haendel.de

HÄNDELFESTSPIELE 2010/ 3.-13. JUNI

Orlando

Ritterlich barock

Die letzten Takte des vergangenen Händel-Jubiläumsjahres klingen noch nach, da werfen schon die nächsten Händel-Festspiele ihren Schatten voraus. Vom 3. bis 13. Juni 2010 finden in der Geburtsstadt des Komponisten Georg Friedrich Händel erneut mehr als erstklassige 80 Veranstaltungen für Musikliebhaber statt; 40.000 aus aller Welt sollen es wieder werden, die u. a. von fünf  Grammy- bzw.Echo-Klassik-Preisträgern und einem facettenreichen Programm in die Händelstadt gelockt werden. Statt eines Generalmottos setzt die  Festspielleitung zukünftig auf eine thematische Reihe. Ausgehend von der  Premiere der Händel-Festspiel-Produktion 2010 mit der Oper Halle „Orlando“ beziehen sich im kommenden Jahr mehrere Veranstaltungen, darunter  Konzerte, Vorträge und Familienveranstaltungen sowie eine Sonderausstellung in der Schatzkammer des Händel-Hauses, auf Ludovico Ariosts Versepos „Orlando furioso“ aus dem Jahr 1516. Auch zwischen Musik und Tanz bilden die Händel-Festspiele 2010 abwechslungsreiche und kreative Verknüpfungen. So wird u. a. das Tanzoratorium "Maria XXX" von Heike Hennig & Co. während des Festivals uraufgeführt, gastiert die viel gerühmte Produktion „4 Elemente – 4 Jahreszeiten“ der Akademie für Alte Musik in Berlin in Halle und begegnet Barock- elektronischer Musik in einer „Barock-Lounge“ in der Neuen Residenz. Karten für die Händel-Festspiele 2010 sind an allen bekannten Ticket-Online-Vorverkaufsstellen, telefonisch unter der Hotline +49 (0) 345 – 565 2706 und im Internet unter www.haendelfestspiele.halle.de und www.ticketonline.de erhältlich. Mit Vorverkaufsstart erschien die Programmbroschüre der Händel-Festspiele 2010.

-> Mehr Informationen finden Sie hier www.haendel-in-halle.de

BACHFEST / 11.-20. 6. IN LEIPZIG

Bach - Schumann - Brahms

Auch 2010 lockt das Bachfest in Leipzig wieder die Besucher in die Pleißemetropole. Mit Robert Schumann und Johannes Brahms sind in diesem Jahr zwei führende Protagonisten der Bach-Rezeption aus dem 19. Jahrhundert vertreten. Schumann, dessen Geburtstag sich zum 200. Male jährt, gehörte zu den Initiatoren der ersten Bach-Gesamtausgabe und hatte sogar selbst eine Bach-Edition konzipiert. Das „Wohltemperierte Klavier“, welches er als „Werk aller Werke“ betrachtete, stand bereits in frühen Jahren im Zentrum seiner musikalischen Studien und galt als Leitbild für eigene Kompositionen. Schumann dirigierte 1851 die Düsseldorfer Erstau ührung der Bachschen Johannes-Passion und wurde damit zum Bahnbrecher für das seinerzeit noch selten musizierte Werk. Brahms, früh von Schumann gefördert und später mit dem Bach-Biographen Philipp Spitta eng verbunden, hat sich auf vielfältige Weise mit dem Scha en des großen Thomaskantors auseinandergesetzt: als Komponist, Pianist und Dirigent. Mehrere seiner Werke stehen im unmittelbaren Einfluss Bachs und lassen eine geistige Verwandtschaft beider Tonsetzer erahnen. So erscheint es nur folgerichtig, wenn er das Chaconne-Thema einer Bach-Kantate zum Leitmotiv des Finales seiner letzten Sinfonie wählte. Ein ganz besonderes Highlight dürften auch in diesem Jahr die großen Open-Air-Konzerte unter anderem am 11. Juni auf dem Augustusplatz sein, wenn z. B. die Leipzig BigBand unter der Leitung von David Timm oder die Operndiva Barbara Hendricks Bach und Händel interpretieren.

-> Mehr Informationen finden Sie hier www.bach-leipzig.de

KURT-WEILL-FEST IN DESSAU 26.2.-7.3.

Neue Kunst ist wahre Kunst

Mit einem umfangreichen Programm präsentiert das 18. Kurt Weill Fest das beeindruckende Werk des großen Dessauer Komponisten und wagt gleichzeitig einen mutigen Schritt in die Gegenwart: getreu dem Motto 2010 "New Art is True Art" – einem Song aus Kurt Weills erfolgreichstem Broadway-Musical „One Touch of Venus“ - wurden zwei neue Werke in Auftrag gegeben, die im Frühjahr 2010 ihre Uraufführung erleben werden. Gleichzeitig nimmt das kommende Festival Bezug zu der 2010 in Sachsen-Anhalt stattfindenden Internationalen Bauausstellung (IBA).

TAGESTIPP

Polizeiruf im Burggraben

Die DDR ist ein Fall für sich und beim Theater Apron obendrein ein Kriminalfall. Zwar vergessen die großartigen Kleinkriminellen im allgemeinen Schludrian, daß sie vorsichtig sein müssen, schaffen dafür aber eine entspannte Atmosphäre.  "Polizeiruf 86" - die Kriminalkomödie von Volker Dietzel kann man am 2.9. wieder im Burggraben am Turm sehen.

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